Nach oe24-Bericht

Hitzefrei an Schulen? Das sagt die Politik

Kind gießt sich bei Sonnenschein Wasser aus einer Flasche über den Kopf.
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Nach einem oe24-Bericht über Hitzefrei am Wiener Gymnasium Kundmanngasse gibt es eine breite Debatte über hitzefrei an Schulen - vor allem die Politik mischt mit.
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Auch wenn immer öfter Hitzewellen Österreich schon vor den Sommerferien erreichen, ist an Schulen wegen der Betreuungspflicht nicht ab bestimmten Temperaturen "hitzefrei". Zunächst muss laut Ministerium mit "gelinderen Maßnahmen" versucht werden, für einen zumutbaren Unterricht zu sorgen - etwa indem Klassen an kühlere Orte wechseln oder Ventilatoren angeschafft werden. Schulfrei kann grundsätzlich nur bei "Unbenützbarkeit des Schulgebäudes" gegeben werden.

Drei erschöpfte Schulkinder sitzen entspannt mit Rucksäcken auf Treppenstufen.
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In der Praxis wird in den Schulen mit Temperaturen von fallweise über 30 Grad in den Klassenzimmern unterschiedlich umgegangen. Teils wird in den Keller oder kühlere Räume gewechselt oder die Unterrichtszeit im Freien verbracht. Im Osten war bereits Notenschluss, was den Schulen zumindest hier mehr Möglichkeiten gibt.

Früherer Schulschluss als Angebot

Im Wiener Gymnasium Kundmanngasse können Eltern ihre Kinder am Donnerstag und Freitag, wenn 35 bzw. 37 Grad angesagt sind, auf Wunsch schon um 12 Uhr abholen, wie oe24 schon am Dienstag berichtete.

Von der Wiener Bildungsdirektion wurde am Dienstag keine allgemeine Regelung vorgegeben, wie es auf APA-Anfrage hieß. Die Schulen könnten im Rahmen ihrer Schulautonomie und der schulrechtlichen Regelungen "organisatorische Maßnahmen" treffen. In einem Informationsschreiben wurden die Schulen auf die Möglichkeit hingewiesen, die Unterrichtsorganisation "flexibel" zu gestalten und vom Stundenplan abzuweichen oder verlängerte oder zusätzliche Pausen abzuhalten.

Verkürzung der Sommerferien in Österreich

Die SPÖ-nahe Pflichtschullehrervertretung in Wien forderte per Aussendung mehr Möglichkeiten, schulautonome Lösungen für Hitzetage zu finden. "Solange unsere Klassenzimmer nicht klimafit sind, braucht es schulzeitgesetzliche Novellierungen, die den Schulen mehr Handlungsspielraum geben", forderten die Gewerkschafter per Aussendung. Ohne Hitzeschutzmaßnahmen und geeignete Raumkühlung sei außerdem jede Diskussion über eine Verkürzung der Sommerferien in Österreich fehl am Platz.

Schulzeitgesetz aus Zeit vor Juni-Hitze

Im Ministerium ist man sich des Problems bewusst, hieß es auf APA-Anfrage im Büro von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS). Wie virulent es ist, zeigte am Dienstag eine Hitzewarnung für Niederösterreich. Dort wurden die Schulen und andere Einrichtungen wie Pflegeheime aufgefordert, ihre internen Hitzeschutz-und Maßnahmenpläne umzusetzen.

Das österreichische Schulzeitgesetz stammt noch aus einer Zeit ohne ständig heiße Juni-Wochen, das Thema "hitzefrei" kommt darin grundsätzlich nicht vor. Geregelt ist nur ganz allgemein, dass "bei Unbenützbarkeit des Schulgebäudes, in Katastrophenfällen und aus sonstigen zwingenden oder aus im öffentlichen Interesse gelegenen Gründen" die zuständige Schulbehörde für maximal drei Tage bzw. das Bildungsministerium "die unumgänglich notwendige Zeit" durch Verordnung schulfrei erklären kann. Für Pflichtschulen können die Landesbehörden Regelungen erlassen.

Ministerium prüft Maßnahmen

Als Grundlage, um den Schulen "hitzefrei" zu geben, wird das im Ministerium nicht interpretiert. Dort werden aktuell Möglichkeiten geprüft, wie man die Hitze in den Schulgebäuden - viele davon Altbauten - in Zukunft besser in den Griff bekommen kann. Bis dahin wird den Schulen empfohlen, den Unterricht an Orte mit niedrigeren Temperaturen zu verlegen und auf körperlich anstrengende Aktivitäten zu verzichten, Pausenregelungen sollen angepasst und den Kindern und Jugendlichen genügend Möglichkeiten zum Trinken gegeben werden. Außerdem können Bundesschulen (AHS/BMHS) bzw. im Fall der Pflichtschulen (v.a. Volks- und Mittelschule) die Gemeinden Ventilatoren etc. anschaffen. Bei neuen Schulbauten wird laut Ministerium schon länger darauf geachtet, dass diese sich nicht zu sehr aufheizen. Bestehende Bauten würden nachgerüstet.

Hohe Temperaturen als Belastung

Laut einer vor wenigen Wochen präsentierten Umfrage des Austrian Institute of Technology (AIT) und der Technischen Universität Wien (TU) haben 88 Prozent der 1.500 Befragten die hohen Temperaturen in den Schulen als Belastung gesehen, drei Viertel berichteten von Konzentrationsschwierigkeiten, Müdigkeit und Erschöpfung. Im Rahmen der begleitenden Studie wurden im vergangenen Jahr schon Ende Mai in ersten Klassen über 30 Grad gemessen worden.

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