Fünfjahres-Tief

Immer mehr sind unzufrieden mit ihrem Job

Frau telefoniert am Schreibtisch vor einem Computer mit Diagrammen auf dem Bildschirm.
© Getty Images
Die Jobzufriedenheit in Österreich sinkt das vierte Jahr in Folge und nähert sich einem Tiefstand. Ein aktueller Vergleich zeigt jedoch deutliche Gewinner bei Bundesländern, Städten und Branchen.
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Der jährliche "Zufriedenheitsatlas" der Plattform kununu zeigt für ganz Österreich einen anhaltenden Abwärtstrend. Für die aktuelle Untersuchung wurden über 78.000 Bewertungen ausgewertet, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 30. Juni 2026 abgegeben wurden. Berücksichtigt wurden dabei Noten von aktuellen sowie ehemaligen Angestellten mit mindestens vier von fünf Sternen.

Bundesländer im direkten Vergleich

An der Spitze des Bundesländer-Rankings behauptet sich erneut Salzburg mit 58,8 Prozent positiven Bewertungen, wenngleich dies einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr (59,2 Prozent) darstellt. Vorarlberg verschlechtert sich von 58,4 auf 56,8 Prozent und Oberösterreich von 58,1 auf 56,2 Prozent, wodurch beide Länder auf die Plätze vier und fünf zurückfallen. Neu in den Top 3 sind Tirol, das von 57,2 auf 57,5 Prozent zulegt, und die Steiermark mit einem Plus von 56,2 auf 56,8 Prozent.

Wien bleibt mit 53,6 Prozent (Vorjahr: 55,1 Prozent) unverändert auf dem sechsten Rang. Niederösterreich steigt leicht von 51,8 auf 51,9 Prozent, bildet nun aber das Schlusslicht. Es tauscht den Platz mit dem Burgenland, das sich von 51,7 auf 53,4 Prozent verbessert und jetzt Rang sieben belegt. Kärnten rutscht mit 53 Prozent nach zuvor 54,7 Prozent auf den achten Platz ab.

Villach führt Städte-Ranking an

Unter den zehn bevölkerungsreichsten Städten liegt Villach mit 59,9 Prozent (Vorjahr: 61 Prozent) vorne, gefolgt von Dornbirn mit 58,9 Prozent (Vorjahr: 56,9 Prozent) und Salzburg mit 57,9 Prozent (Vorjahr: 58,1 Prozent). Der Vorjahreszweite Linz fällt mit 57,9 Prozent (Vorjahr: 60,3 Prozent) auf Rang vier zurück.

Wels verbessert sich von 51,1 auf 53,6 Prozent und klettert von Platz zehn auf sieben. Dahinter folgen Wien mit 53,6 Prozent (Vorjahr: 55,1 Prozent) auf Platz acht, St. Pölten mit 53,2 Prozent (Vorjahr: 53,9 Prozent) und Klagenfurt mit 50,2 Prozent (Vorjahr: 52,3 Prozent).

Versicherung und Banken vorne

Bei den Branchen verzeichnen Versicherungen mit 72,3 Prozent (Vorjahr: 70,5 Prozent) die höchsten Werte. Dahinter folgen Banken mit 65,6 Prozent (Vorjahr: 66,2 Prozent) und die IT-Branche, die von 70,3 auf 64,9 Prozent nachgibt. Das Schlusslicht bildet weiterhin die Gastronomie, die sich leicht von 44,6 auf 44,8 Prozent steigert.

Landesweit fällt der Gesamtwert der Jobzufriedenheit auf 54,9 Prozent. Nach einem Wert von 56 Prozent im Jahr 2019 und 53,2 Prozent im Jahr 2020 gab es 2022 einen Höchstwert von 62,5 Prozent, ehe die Werte in den Folgejahren wieder nachgaben. Österreich liegt damit jedoch weiterhin vor Deutschland, wo der Wert für 2026 bei 52,1 Prozent angesiedelt ist.

"Die Entwicklung über mehrere Jahre ist eindeutig: Die Zufriedenheit der Arbeitnehmenden in Österreich ist leicht rückläufig. Dieser Trend ist ein Signal, das Arbeitgeber ernst nehmen sollten. Gerade die großen Unterschiede zwischen Regionen und Branchen zeigen, wie unterschiedlich Beschäftigte ihre Arbeitswelt erleben. Wer als Arbeitgeber attraktiv bleiben will, sollte deshalb genau hinschauen, welche Themen in der eigenen Belegschaft und in den eigenen Bewertungen immer wieder positiv oder kritisch wahrgenommen werden. Zufriedenheit ist längst keine weiche Kennzahl mehr, sondern ein wichtiger Faktor für Arbeitgeberattraktivität und Bindung", erklärt Sandra Bascha, External Communications von kununu in Österreich.

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