Horrende Preise

Italien reißt Strandbäder ab

Luftaufnahme des Strandes von Ostia bei Rom mit Meer und Stadt im Sonnenlicht.
© Getty Images/iStockphoto
Seit Jahren steigen an italienischen Stränden die Kosten für Liegen und Sonnenschirmen. Nun wollen die Behörden einschreiten. Die ersten Betriebe müssen schließen. Dafür sollen öffentliche Strände entstehen.
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Jedes Jahr fahren unzählige Österreicher nach Italien, um an den Stränden Urlaub zu machen. Jedoch sind viele Besucher von den horrenden Preisen für Liegen und Sonnenschirme in den privaten Strandbädern genervt. Sie steigen von Jahr zu Jahr immer weiter an. Nun greifen die Behörden durch und sperren die ersten Betriebe. Dafür ist unter anderem eine 20 Jahre alte EU-Richtlinie verantwortlich.

Mitten im Hochsommer wurden in Ostia zwei private Bäderbetriebe von italienischen Behörden geschlossen, wie "Merkur" unter Berufung auf die "Deutsche Presseagentur" (dpa) berichtet. Rechtlich gesehen sollen alle Bürger freien und kostenlosen Zutritt zum Meer haben. In Italien gehört eigentlich die gesamte Küste dem Staat. Jedoch schaut die Realität anders aus. Von den 7.500 Kilometer Stränden ist die Hälfte verpachtet. Die meisten sind an privat geführte "Stabilimenti Balneari".

Horrende Preise an Stränden

Viele private Strandbäder sorgen mit ihren Preisen für viel Aufregung. Durchschnittlich kostet in privat betriebenen Bädern die Tagesmiete für zwei Liegen und einen Sonnenschirm etwa 40 Euro. Der Preis liegt in Regionen wie der Toskana noch höher. In vielen italienischen Regionen stieg aus diesem Grund der Ärger. Die Römerin Isabella Pedrelli schimpft: "Eine Normalfamilie kann sich das überhaupt nicht mehr leisten."

Die Konzessionen werden in Italien oft zu günstigen Preisen vergeben. Bisher haben die Betreiber etwa 8.200 Euro gezahlt. Laut einer Studie des Centrums für Europäische Politik liegt der jährliche Umsatz allerdings bei 260.000 Euro. Zusätzlich werden viele private Strandbäder von hohen Zäunen und Mauern abgegrenzt, wodurch auch die Sicht auf das Meer versperrt wird. Nun planen in Apulien, Ligurien und am Strand von Ostia die Behörden, private Strandbäder in öffentliche Strände umzuwandeln.

In Ostia soll die Zahl der Stabilimenti deutlich verringert werden. Statt bisher 70 soll stattdessen nur mehr 35 existieren. Für das Handeln der italienischen Behörden ist auch eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2006 verantwortlich. Laut dieser müssen staatliche Konzessionen für Strandabschnitte regelmäßig neu ausgeschrieben werden, da es sich um öffentlichen Grund handelt. Ab 2027 möchte jetzt die italienische Regierung damit beginnen, die Richtlinie umzusetzen.

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