Hocker und Küche

Kunden klagen Ex-Kika/Leiner-Boss Wieser direkt an

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In Schladming ziehen Kika/Leiner-Kunden gegen den ehemaligen Geschäftsführer vor Gericht.
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Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, findet am Bezirksgericht Schladming ein weiteres Verfahren gegen den ehemaligen Kika/Leiner-Geschäftsführer Hermann Wieser statt.

Zwei Ex-Kunden klagen Wieser persönlich an. Der Grund: Ein Paragraf im Insolvenzrecht besagt, dass ein Geschäftsführer mit seinem persönlichen Vermögen haftet, wenn eine nahende Insolvenz nicht innerhalb von 60 Tagen gemeldet wird, so "Kleine Zeitung".

Wegen Hocker und Küche

Diese sogenannte Insolvenzverschleppung werfen nun eine Kundin aus Wolfurt (Vorarlberg) und eine Kundin aus Traun (Oberösterreich) ihm vor. Die Vorarlbergerin schloss Anfang Oktober 2024 einen Kaufvertrag für über zehn Stück Stressless-Hocker ab. Sie überwies eine Anzahlung von rund 5800 Euro. Die Hocker bekam sie aber nie. Die Oberösterreicherin wollte sich eine Einbauküche um 9150 Euro kaufen. Sie bezahlte die Anzahlung von rund 3900 Euro.

Laut der Richterin Bettina Rainer erklärte bei der ersten vorbereitenden Tagsatzung am Montag, dass es sich für das Bezirksgericht um ein "nicht alltägliches Verfahren" handle. Das Bezirksgericht Schladming wurde ausgewählt, da der Hauptwohnsitz von Wieser dort befindet. Gewöhnlich geht es in solchen Fällen um höhere Summen und sind somit ein Fall für das Landesgericht. Die Grenze liegt nämlich bei 15.000 Euro. Die Richterin vermutete, dass die Kleinstgläubiger mit einer Rechtsschutzversicherung alle Mittel versuchen wollen, um ihr Geld zurückzubekommen.

"Kommt Herr Wieser dann?"

Das Verfahren wird im Herbst in Schladming verhandelt. Georg-Christian Gass, Verteidiger von Wieser, wurde von der Richterin gefragt: "Kommt Herr Wieser dann?" Er antwortete: "Ich glaube schon." Die Anwältin einer der Klägerinnen fügte hinzu: "Aus dem schönen Zypern?" Der Handelsmanager soll sich derzeit dort befinden. Sein Verteidiger diente als "prozessualer Abwesenheitskurator".

Gass wehrte sich gegen den Vorwurf der Insolvenzverschleppung: "Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses lag keine Zahlungsunfähigkeit vor." Wieser soll "Zahlungszusagen" von Investoren gehabt haben, die aber "unerwartet widerrufen" wurden. Ein Gutachten aus dem Insolvenzverfahren soll Klarheit in diesem Fall bringen. Die Richterin beantragte das am Landesgericht St. Pölten.

In Niederösterreich befinden sich weitere Anfechtungsansprüche. Gegenüber der "Kleinen Zeitung" erklärte ein Gerichtssprecher, dass dort "von einigen tausend Euro für eine Kücheneinrichtung bis zu über eine Million für sukzessive Lieferverträge" vorhanden sind. Auch Kika/Leiner-Masseverwalter Volker Leitner berichtete von Ähnlichem: "Es bestehen noch viele offene Forderungen. Das wird noch längere Zeit in Anspruch nehmen."

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