UNO-Sicherheitsratswahl

Lunacek: "War Stimme für kleine Staaten"

Lunacek
© APA/ Fohringer
Die österreichische UNO-Sonderemissärin Ulrike Lunacek hat sich überrascht vom deutlichen Erfolg gegen Deutschland im Kampf um einen nicht-ständigen Sitz im UNO-Sicherheitsrat gezeigt.
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"Dass Deutschland gleich so klar verliert, das war unerwartet", sagte Lunacek der APA am Rande der UNO-Generalversammlung. Viele UNO-Staaten hätten es wichtig gefunden, dass ein kleiner Staat wie Österreich gewählt werde. "Das war eine Stimme für die vielen kleineren Staaten", sagte sie.

Lunacek war eine von insgesamt vier Sonderemissärinnen und -emissären, die Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) für die Kampagne ernannt hatte. Nachdem es vor der Wahl zu keinem Interview kam, weil das Außenministerium der APA nach einer entsprechenden Anfrage mitgeteilt hatte, dass die vier Sonderemissäre bis zum 3. Juni nicht mehr kommunizieren, gab die frühere Grüne Europaabgeordnete nun Einblicke in ihre Tätigkeit.

Werben bis zum Abstimmungstag

Gemeinsam mit dem früheren Verteidigungsminister Herbert Scheibner (früher FPÖ/BZÖ) habe sie seit dem vergangenen Mittwoch in New York mehr als 40 Gespräche mit Vertretern der UNO-Staaten geführt, um die Unterstützung für Österreich abzusichern. Sie selbst sei für frankophone Staaten sowie Lateinamerika und die Karibik zuständig gewesen und habe Termine beim EU-Lateinamerika-Gipfel oder auch der Amtseinführung der neuen costa-ricanischen Präsidentin absolviert. Im März habe sie an einer UNO-Veranstaltung zum Frauentag in New York teilgenommen und dort mit Frauenministerinnen gesprochen, schilderte Lunacek.

Österreich habe seine Kampagne zwar schon im Jahr 2011 begonnen und Unterstützung gesammelt, doch habe man etwa nach Regierungswechseln immer wieder nachfragen müssen, ob die Unterstützung noch stehe. In den letzten Tagen sei es um jene Staaten gegangen, deren Botschaft noch keine Weisungen aus ihren Hauptstädten erhalten haben. Manche hätten ihre Instruktionen erst kurz vor der Sitzung der Generalversammlung erhalten.

"Viele sagten, ihr kommt sicher in der ersten Runde durch"

Bei einem Empfang am Dienstagabend und auch am Mittwochvormittag sei die Stimmung aber schon sehr positiv gewesen, berichtete die frühere Vizepräsidentin des Europaparlaments. "Ganz viele haben gesagt, ihr kommt sicher in der ersten Runde durch", berichtete Lunacek.

Als Portugal bei der Ergebnisverkündung aber mit 134 Stimmen nur knapp über die Zwei-Drittel-Mehrheit kam, "dachten wir: Oje, wir müssen mit Deutschland in die zweite Runde", schilderte die Sonderemissärin. Man habe nämlich nicht damit gerechnet, dass Deutschland so weit hinter Österreich liegen werde.

In der Kampagne habe sich gezeigt, "wie wichtig es ist, dass man den Ländern zuhört", resümierte Lunacek. Sie hoffe, dass in den kommenden zwei Jahren auch das Vertrauen innerhalb Österreichs in die Vereinten Nationen gestärkt werde. Inhaltlich solle Österreich als Ratsmitglied auf seine bewährten Themen wie Abrüstung und Frauen setzen, aber auch die Klimafrage als Sicherheitsfaktor thematisieren, wünscht sich die frühere Grüne Spitzenpolitikerin.

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