Es ist eine eigenartige Reise zurück in die Vergangenheit: Journalistin Filomena Quarta erbt von ihrem Vater ein Anwesen in Süditalien, in Palude del Salento, einem Ort mit Olivenbäumen, Sümpfen und sonst nicht viel. Sie lässt ihr Leben in Mailand hinter sich, die gescheiterte Ehe, die Unzufriedenheit im Job, und wagt den Schritt ins Ungewisse. Denn Filomena war seit Kindheitstagen nicht mehr dort in diesem Haus, in dem ihr einst der Geist von Orlando Trispét begegnete.
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Begegnete als Kind einem Geist
Filomena kann also Tote sehen, und das hat sich viele Jahre später nicht geändert. Doch weil die Frau ohnehin ein Romanprojekt im Kopf hat über Mary Shelley, kommt ihr diese Fähigkeit sogar wie gerufen. Dazu plant sie, mit Hilfe von Alba, die Villa in Ferienapartments umzubauen. Doch wer soll dort Urlaub machen?
Der Debütroman der italienischen Journalistin Marina Pierri ist in Briefen an ihre Psychotherapeutin verfasst, wo sie frisch weg alle Eindrücke und Begebenheiten schildert. Der Clou: Ob die Therapeutin die Briefe je liest, ist ungewiss (aber auch nicht wichtig).
Neues Dasein
Der Text besticht durch seine Atmosphäre und die ungewöhnliche Idee. Zwar reiht sich Pierri mit ihrem modernen Schauerroman in die bedeutende Tradition von Schriftstellerinnen wie Mary Shelley (Frankenstein) ein, die in diesem Roman auch eine Rolle spielen, doch schafft sie etwas ganz Eigenes: Einen Text, in dem Übernatürliches mit Alltag und Familienbeziehungen sowie Selbstermächtigung verschmilzt. Wir begleiten Filomena durch ihr neues Dasein, das bestimmt ist von einer Sinnsuche, bestimmt auch von unkonventionellen Wegen, die, zu werden, die sie schon immer sein sollte.... mit der Hilfe spezieller, gespenstischer Ratgeberinnen.
Ein beeindruckender Roman und großer Tipp für alle, die etwas Extravagantes suchen.
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