Todes-Drama

Todes-Drama um Star-Autorin Monika Helfer

Frau mit dunklen Haaren im schwarzen Anzug und weißem Hemd steht draußen und lächelt.
© APA/dpa POOL/Sebastian Gollnow
Die vielfach ausgezeichnete Vorarlberger Autorin Monika Helfer ist am Sonntag nach einem Sturz überraschend gestorben.
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Österreich trauert um eine Literatur-Gigantin! Nach APA-Informationen ist Monika Helfer am Samstag in ihrem Garten gestürzt, wobei sie mit dem Kopf auf einem Stein aufkam. Sie wurde ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht, wo sie in der Nacht verstorben ist. "Die ganze Familie steht unter Schock", sagte eine Angehörige.

Schon ihre Tochter starb bei einem Sturz

Diese Nachricht verbreitete der Hanser Verlag am Sonntagnachmittag. Helfer, Ehefrau des Literaten Michael Köhlmeier und Mutter von vier Kindern, darunter der 2003 bei einer Wanderung abgestürzten Paula Köhlmeier, wurde 78 Jahre alt. Mit ihrem Bestseller-Roman "Die Bagage" (2020) schrieb sie sich in die erste Reihe der österreichischen Gegenwartsliteratur.

Beileid an Ehemann Michael Köhlmeier

Auch das offizielle Österreich trauert. Bundespräsident Alexander Van der Bellen schreibt auf X (ehemals Twitter): "Wenige konnten das einfache Leben mit so viel Eleganz und Würde wiedergeben wie Monika Helfer." Er führt fort: "Ihre einfühlsame Stimme hat die österreichische Literatur mit jedem Buch mehr bereichert." Der Bundespräsident sprach seinen Beileid an Witwer Michael Köhlmeier und ihren Angehörigen aus.

Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) schrieb auf X, dass er die Autorin erst kürzlich bei den Bregenzer Festspielen "als außergewöhnlichen Menschen" kennengelernt habe. "Ihre Bücher haben viele Menschen bewegt und werden durch ihre sprachliche Kraft und Menschlichkeit in Erinnerung bleiben."

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) würdigte Helfer via Aussendung als eine der prägenden Stimmen der österreichischen Gegenwartsliteratur. "Mit ihrer unverwechselbaren Sprache und ihrer besonderen Art des Erzählens schuf sie Werke, die weit über Österreich hinaus gelesen und geschätzt werden", so Ludwig.

"Monika Helfer verstand es wie kaum eine andere, aus persönlichen Erinnerungen und Familiengeschichten große Literatur zu schaffen", so Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ). "Mit sprachlicher Klarheit, feiner Beobachtungsgabe und großer Empathie erzählte sie von den Brüchen des Lebens, ohne jemals laut werden zu müssen. Gerade diese literarische Haltung machte ihr Werk so unverwechselbar." Auch die IG Autorinnen Autoren trauern um ihre Kollegin: "Wir haben mit ihr einen der aufmerksamsten, engagiertesten, beherztesten und liebenswürdigsten Menschen verloren, mit dem wir in den letzten Jahrzehnten zu tun hatten."

Verleger: "Verlieren Schönheit"

"Monika Helfer hat mit ihrer geraden, klaren, wahrhaftigen Literatur die Welt lebendiger gemacht. Mit ihrem Tod verlieren wir Schönheit", würdigte Verleger Jo Lendle die Autorin, die zuletzt in Hohenems und Wien gelebt hat und die in den vergangenen Jahren regelmäßig neue Bücher veröffentlicht hat.

Autofiktionale Familien-Trilogie

Monika Helfer wurde am 18. Oktober 1947 in Au im Bregenzerwald geboren. Sie wuchs in einem Kriegsversehrtenheim bei Bludenz auf, wo ihr Vater, der im Krieg ein Bein verloren hatte, Verwalter war. Als Kind schon "lesesüchtig", begann sie mit elf Jahren zu schreiben, damals starb ihre Mutter. Zugleich verlor sie ihr Zuhause, die Kinder wurden in der Verwandtschaft aufgeteilt, und sie kam mit ihren Schwestern zu einer Tante nach Bregenz in beengte Verhältnisse. Ihre Familiengeschichte schrieb sie in einer autofiktionalen Trilogie nieder, die viele Jahre nach ihrem Erstling "Eigentlich bin ich im Schnee geboren" (1977) ihren literarischen Durchbruch bedeutete. Auf "Bagage" folgten die Romane "Vati" (2021), mit dem sie ihrem bücherliebenden Vater ein Denkmal setzte, und "Löwenherz" (2022) über ihren lebenskünstlerischen Bruder Richard.

Monika Helfer veröffentlichte zahlreiche Romane, Erzählungen, Kinderbücher und Stücke. Zu ihren Auszeichnungen zählte 2016 das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, das sie gemeinsam mit ihrem Mann Michael Köhlmeier erhielt, mit dem sie seit 1981 verheiratet war.

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