Kriminell

Millionen-Sozialbetrug: AK Wien fordert harte Strafen

Manche Unternehmen sind besonders dreist.
© Getty Images/fStop
Die Arbeiterkammer (AK) Wien warnt vor einem gezielten System hinter dem Anstieg des Sozialbetrugs durch Unternehmen und fordert schärfere Strafen.
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Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete die AK-Stabsstelle 96 Fälle mit offenen Ansprüchen von 3,6 Millionen Euro für rund 500 Beschäftigte – ein Plus von 20 Prozent zum Vorjahr.

"Die Fälle, die wir in der Stabsstelle bearbeiten, werden zunehmend komplexer", erklärte Arbeitsrechtsexpertin Andrea Ebner-Pfeifer. Firmen würden laufend Strukturen verändern und Personal heimlich ummelden.

Insolvenzen als Geschäftsmodell

Ein Hauptproblem sind gezielte Insolvenzen als Geschäftsmodell, um Lohnkosten auf den Insolvenz-Entgelt-Fonds (IEF) abzuwälzen. AK-Bereichsleiter Ludwig Dvořák kritisierte zudem, dass der IEF durch Beitragskürzungen systematisch unterfinanziert sei, was ein Finanzierungsloch von rund 160 Millionen Euro verursacht habe. Zur Bekämpfung dieser kriminellen Firmenkonstrukte verlangt die AK nun harte Sanktionen: Gefordert wird die Wiedereinführung des Kumulationsprinzips, damit jede Übertretung wieder einzeln bestraft wird.

Weitere Forderungen sind die Ausweitung der Erstauftraggeberhaftung auf Löhne, eine fünfjährige "Cooling-off-Phase" für Geschäftsführer nach Mehrfachpleiten oder schweren Verwaltungsstrafen sowie die Verdoppelung ausstehender Summen bei unpünktlicher Entlohnung.

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