Oberflächlich
ORF-Star löst Sexismus-Debatte aus!
Wer im Fernsehen Nachrichten präsentiert, rechnet mit Feedback zu Recherchen, Inhalten und Haltung. Dass man sich für die Wahl des Anzugs rechtfertigen muss, hätte Alexandra Maritza Wachter nicht gedacht. Ein Zuseher vergriff sich nach einer Übertragung per E-Mail mächtig im Ton: Ein Hosenanzug bei sommerlichen Höchsttemperaturen von bis zu 40 Grad sei schlichtweg ein "Witz", der ihn am liebsten den Ausschaltknopf drücken lasse.
Die Journalistin ließ die Nachricht nicht im Posteingang verstauben, sondern hielt sie auf Instagram einer anderen Rückmeldung entgegen. Denn fast zeitgleich traf ein weiteres Mail ein, das sich einzig und allein um ihre Recherche und Präsentation drehte. Für Wachter der klassische Fall zweier Welten: Während der eine Teil des Publikums die journalistische Leistung bewertet, bleibt der Blick bei anderen am Revers hängen.
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Das schwere Erbe der TV-Frauen
Hinter dem Vorfall steckt weit mehr als nur ein geschmacklicher Disput über Sommergefühle im Studio. Wie auch UNESCO-nahe Studien belegen, stehen Frauen vor der Kamera nach wie vor unter einer ganz anderen Lupe als ihre männlichen Kollegen. Männliche Anchors können im Hochsommer stoisch im dunklen Zweiteiler samst Hemd und Krawatte auflaufen – das gilt als seriös. Wählt eine Frau eine ähnlich formelle Kluft, wird plötzlich über die Angemessenheit diskutiert.
Ob zu jung oder zu alt, zu viel Schminke oder zu strenges Gewand: Die Kriterienliste, an der Moderationsleistungen gemessen werden, ist bei Frauen oft eher ein Mode-Katalog als ein Zeugnis über die inhaltliche Tiefe.
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Worauf es im Newsroom wirklich ankommt
Wachter fordert mit ihrem Vorstoß kein Tabu für Feedback oder gar ein Verbot, über Mode zu sprechen. Ihr geht es um die schlichte Sachlichkeit im Umgang miteinander.
Die Garderobe tauge nun einmal nicht als Sehtest für die journalistische Kompetenz. Was auf dem Schirm zählt, lässt sich nämlich nicht in Konfektionsgrößen messen, sondern bleibt eine Frage von gründlicher Recherche, klarer Einordnung und handwerklicher Präzision. Passt der Inhalt, darf der Hosenanzug schließlich auch im Hochsommer sitzen.
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