Bericht enthüllt

Ryanair-Horror: DARUM wurde Passagier aus Fenster gesaugt

Sauerstoffmasken hängen in einer Ryanair-Kabine neben einem geöffneten Flugzeugfenster.
© X/ aviationbrk
Die Ursache für den gefährlichen Zwischenfall steht endlich fest.
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Es sollte ein gewöhnlicher Flug von Thessaloniki nach Memmingen werden – doch wenige Minuten nach dem Start wurde die Reise für die Passagiere zum Albtraum. Am 10. Juli geriet die Boeing 737-800 der Malta Air, die für Ryanair unterwegs war, in rund 4500 Metern Höhe in Schwierigkeiten. Ein lauter Knall war zu hören, kurz darauf wurde ein Fenster neben Sitz 11F zerstört. Der dort sitzende 61-jährige Ljubiša Karović wurde durch die Öffnung teilweise aus der Kabine gezogen. Mitreisende hielten den Mann fest und zogen ihn zurück ins Flugzeug.

Nun ist deutlich genauer geklärt, wie es zu dem dramatischen Zwischenfall kommen konnte. Nach den vorläufigen Erkenntnissen des US-amerikanischen National Transportation Safety Board (NTSB) versagte das rechte Triebwerk der Maschine. Dabei brachen Teile eines Fan-Blatts ab und wurden mit großer Wucht aus dem Triebwerk geschleudert. Eines dieser Teile traf den Flugzeugrumpf und beschädigte dabei das Fenster. Gleichzeitig kam es zu einem Druckverlust in der Kabine, woraufhin die Sauerstoffmasken automatisch aus ihren Fächern fielen.

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Vogelreste im Triebwerk gefunden

Besonders interessant ist der Fund im beschädigten Triebwerk: Die Ermittler entdeckten dort Überreste von Vögeln, darunter Federn. Das deutet darauf hin, dass ein Vogelschlag eine Rolle gespielt haben könnte. Allerdings ist die Ursache des Bruchs damit noch nicht abschließend geklärt. Die Ermittler untersuchen weiterhin, warum das Fan-Blatt versagte.

Das Triebwerk war nach Angaben der Ermittler erst im Mai überprüft worden. Dabei seien keine entsprechenden Schäden festgestellt worden. Gleichzeitig wurde bekannt, dass für das betroffene Triebwerk in den vergangenen zwölf Monaten vier mutmaßliche Vogelschläge registriert worden waren. Bei zwei dieser Fälle waren ebenfalls Vogelreste gefunden worden.

Parallelen zu tödlichem Zwischenfall

Der aktuelle Fall erinnert an einen schweren Zwischenfall aus dem Jahr 2018. Damals war bei einer Boeing 737 von Southwest Airlines ebenfalls ein Fan-Blatt gebrochen. Trümmer beschädigten die Außenhaut und ein Fenster, woraufhin es zu einem schnellen Druckverlust kam. Eine Passagierin wurde teilweise aus der Maschine gezogen und starb. Nach dem Unfall wurden die Sicherheitsanforderungen für bestimmte Triebwerksverkleidungen verschärft.

Für die Boeing 737 der Ryanair-Gruppe waren die entsprechenden Änderungen allerdings noch nicht umgesetzt. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hatte dafür eine Frist bis 2028 vorgesehen. Ob die aktuellen Erkenntnisse zu einer früheren Umsetzung führen könnten, wird nun geprüft.

Der Pilot der Ryanair-Maschine reagierte nach dem Triebwerksproblem sofort, kehrte nach Thessaloniki zurück und landete dort sicher. Der schwer verletzte Passagier wurde anschließend medizinisch versorgt. Der Zwischenfall hätte angesichts der beschädigten Kabine und des Druckverlusts weitaus schlimmer enden können. Die NTSB-Untersuchung läuft weiter – insbesondere die Frage, ob tatsächlich ein Vogelschlag den Bruch des Fan-Blatts ausgelöst hat, ist noch nicht endgültig beantwortet.

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