Zivilcourage fehlt

Schaulustige machen nach Crash Fotos, statt zu helfen

Rettungskräfte versorgen Verletzte nach einem Unfall auf der A11 Karawanken Autobahn.
© Hauptfeuerwache Villach
Nach einem schweren Crash auf der Autobahn in Kärnten schlägt ein Ersthelfer Alarm. Während ein Auto brannte, zückten Schaulustige lieber ihre Handys, anstatt der verunglückten Familie zu helfen.
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Heute in der Früh kurz vor 6 Uhr krachte der Pkw einer fünfköpfigen Familie auf der A11 Karawankenautobahn in Fahrtrichtung Villach kurz nach der Raststation Rosegg gegen eine Betonleitwand. Das Fahrzeug geriet in Brand. Ein Mitarbeiter der Betriebsfeuerwehr "Infineon" war gerade auf dem Weg zur Arbeit, als er den aufsteigenden Rauch bemerkte. Zu diesem Zeitpunkt bildeten die in der Kolonne stehenden Fahrzeuge laut seinen Schilderungen gegenüber "Kleine Zeitung" keine Rettungsgasse.

Fotos statt rettender Hilfe

Mit Mühe kämpfte sich der hauptberufliche Feuerwehrmann durch die wartenden Autos. An der Unfallstelle angekommen, unterstützte er einen anderen Ersthelfer, der bereits mit einem Feuerlöscher gegen die Flammen ankämpfte. Ein Beifahrer war im deformierten Fahrzeug eingeschlossen, drei Kinder befanden sich noch auf der Rückbank. ihr jüngstes Kind konnte von der 39-jährigen Fahrerin aus Serbien aus dem Auto geholt werden. Der Helfer kritisierte das Verhalten der Anwesenden scharf: Viele seien ausgestiegen, um zu fotografieren, anstatt Erste Hilfe zu leisten.

Fehlende Rettungsgasse blockiert Einsatz

Erst durch das Eingreifen von Polizei und Asfinag konnten die anrückenden Einsatzkräfte der Feuerwehr und Rettung die Unfallstelle überhaupt erreichen. Die mangelnde Zivilcourage mache ihn tief betroffen, betonte der "Infineon"-Mitarbeiter. Er erinnerte nachdrücklich daran, dass jeder zur Ersten Hilfe verpflichtet sei.

Hubschrauber flog Verletzte ab

Die Hauptfeuerwache Villach sowie die Feuerwehren St. Jakob im Rosental und Dolintschach befreiten den Beifahrer schließlich mit hydraulischem Rettungsgerät. Die Erstversorgung der zwei Erwachsenen und drei Kinder übernahmen das Rote Kreuz sowie die Notärzte des Rettungshubschraubers C11. Ein Mädchen erlitt schwerere Verletzungen. Die Familie wurde in Krankenhäuser in Villach und Klagenfurt eingeliefert. Der Einsatz war nach rund einer Stunde beendet, der zerstörte Pkw wurde von einem privaten Unternehmen geborgen.

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