Österreich warnt

Schock im Gurken-Regal! Heimische Bauern kämpfen ums Überleben

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Essiggurkerl gehören für viele Österreicher einfach dazu. Doch ein aktueller Marktcheck sorgt jetzt für Aufregung: Bei den meisten Produkten ist gar nicht ersichtlich, woher die Gurken tatsächlich stammen.
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Saure Zeiten für Österreichs Gurkerlbauern: Billige Importware und fehlende Herkunftsangaben machen es schwer, heimische Produkte im Supermarktregal sichtbar zu halten. Ein aktueller Store-Check zeigt: Nur bei jedem achten Essiggurkerl-Glas ist klar erkennbar, dass die Gurken aus Österreich stammen.

Herkunft bei vielen Produkten unklar

Der Verein Wirtschaften am Land hat Anfang Juni 2026 gemeinsam mit efko Frischfrucht und Delikatessen GmbH sowie der Landwirtschaftskammer Oberösterreich insgesamt 98 Essiggurken-Produkte im heimischen Lebensmittelhandel untersucht – darunter 58 Markenartikel und 40 Eigenmarken. Das Ergebnis: Bei 77,5 Prozent der Eigenmarken fehlt eine klare Herkunftskennzeichnung.

Nur fünf von 40 Eigenmarken enthalten nachweislich Gurken aus Österreich. Besonders brisant: Jedes vierte Eigenmarken-Produkt enthält Gurken aus Indien. Teilweise nannten Handelsketten auf Nachfrage sogar bis zu 15 mögliche Herkunftsländer, wodurch für Konsumenten kaum nachvollziehbar ist, woher die Gurken tatsächlich stammen.

"Viele glauben, sie kaufen heimische Gurkerl"

Für Robert Pichler, Obmann von Wirtschaften am Land, ist das eine alarmierende Entwicklung. "Die Konsumenten erwarten sich heimische Gurkerl, bekommen jedoch oft unwissentlich Gurken aus Indien. Speziell bei den Eigenmarken des Handels ist die Herkunft nicht erkennbar. Wer keine indischen Gurken will, muss beim Einkauf zu Produkten greifen, die die Herkunft ausloben."

Die drei Organisationen fordern deshalb, dass der Handel die Herkunft künftig transparent direkt auf dem Etikett ausweist.

Heimische Bauern geraten immer stärker unter Druck

Der Import billiger Gurken setzt Österreichs Produzenten massiv zu. Seit dem EU-Beitritt 1995 ist der Marktanteil oberösterreichischer Einlegegurken im Lebensmittelhandel von über 80 Prozent auf rund 50 Prozent gesunken.

efko-Geschäftsführer Thomas Krahofer fordert deshalb faire Wettbewerbsbedingungen:

"Heimische Lebensmittelproduktion braucht faire Wettbewerbsbedingungen. Wer bewusst Lebensmittel aus Österreich kauft, stärkt die Wertschöpfung im eigenen Land. Qualität aus Österreich hat ihren Wert – Transparenz schafft die Grundlage für bewusste Kaufentscheidungen."

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Mehr als 2.500 Arbeitsplätze hängen daran

Gerade der Gurkenanbau gilt als besonders arbeitsintensiv. Die Ernte erfolgt großteils per Hand. Laut Landwirtschaftskammer Oberösterreich hängen mehr als 1.000 direkte Arbeitsplätze im Gemüsebau sowie rund 1.500 weitere Jobs in Verarbeitung und Zulieferbetrieben an der heimischen Gurkenproduktion.

Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Waldenberger warnt zudem vor Qualitätsunterschieden: "Österreichische Gurken stehen für hohe Produktionsstandards und maximale Lebensmittelsicherheit. Bei importierten Produkten aus Ländern wie Indien bleibt hingegen unklar, ob und wie diese Standards eingehalten werden."

Forderung nach mehr Transparenz

Die Initiatoren des Marktchecks sehen nun vor allem den Handel in der Pflicht. Ihr Appell: Konsumenten sollen auf einen Blick erkennen können, woher die Gurken im Glas stammen. Denn nur dann sei eine bewusste Kaufentscheidung für heimische Produkte überhaupt möglich.

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