"Überrascht"

Schöttel packt nach ÖFB-Rauswurf aus

Ein Mann im OEFB-Trainingsanzug steht draußen und blickt in die Kamera.
© GEPA pictures/ Manfred Binder
"Wenn sie meinen, das mit jemand anderem besser fortführen zu können, ist das ihre Sache. Ich weiß, aus welcher Richtung es kommt", sagte Schöttel.
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Eisenstadt/Wien. Peter Schöttel hat seine Demission nach neun Jahren als ÖFB-Sportdirektor ohne Vorwarnung getroffen. Zum Zeitpunkt erster Medienberichte am Donnerstagabend war der 59-jährige Wiener laut eigenen Angaben noch nicht informiert. "Ich bin, glaube ich, noch nicht in der Phase, in der ich gekränkt bin. Ich bin in der Phase, in der ich überrascht bin", sagte Schöttel am Samstag in der Sendung "Barbara Karlich Buchklub" im ORF Radio Burgenland.

Die vom Aufsichtsrat am Freitag getroffene Entscheidung sei "legitim", meinte Schöttel. "Wenn sie meinen, das mit jemand anderem besser fortführen zu können, ist das ihre Sache. Ich weiß, aus welcher Richtung es kommt." Mit ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick habe seine Absetzung nichts zu tun, betonte der Ex-Nationalspieler. "Es gibt keine Differenzen, wir verstehen uns gut. Der Grund, dass ich nicht mehr beim ÖFB bin, liegt definitiv nicht bei Ralf Rangnick."

Zuletzt war Schöttel beim Männer-Nationalteam allerdings nicht mehr in alle Entscheidungen eingebunden. "Fakt ist, dass wir Ralf Rangnick 2022 zum Verband geholt haben. Dass ich in der Anfangsphase wesentlich enger mit ihm zusammengearbeitet habe als in den letzten Monaten, ist einfach dem geschuldet, dass er sich sein Team zusammenstellen konnte", erklärte Schöttel. Er selbst habe im ÖFB viele andere Aufgaben zu erledigen gehabt. "Das A-Team ist eigenständig, ich bin Ralf Rangnick nicht übergeordnet gewesen."

Zwei Männer im Gespräch, einer lehnt an einer Wand und hält eine Flasche, beide tragen Hemden.
Sebastian Prödl und  der ehemalige ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel © GEPA pictures

"Ein Stück weit respektlos"

Sein erstes Gespräch mit ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll und dessen Stellvertreter Johannes Wutzlhofer habe laut Schöttel erst am Freitag stattgefunden. Bereits am Vorabend hatte zuerst der "Kurier" über die bevorstehende Absetzung berichtet. "Das eine ist hinzunehmen (die Entscheidung/Anm.), das andere ist ein Stück weit respektlos", sagte Schöttel darüber, dass zuerst die Medien Bescheid gewusst hatten. Er sei 40 Jahre im Fußball-Geschäft und auf viel vorbereitet. "Aber die Menschen rund um mich, die trifft so etwas, und das ist einfach nicht schön."

Der langjährige Rapid-Verteidiger verwies nicht nur auf die sportlichen Erfolge seiner Amtszeit. "Ich glaube, dass wir es die letzten neun Jahre gut gemacht haben, auch wie sich die Abteilung entwickelt hat, welche Kultur wir ins Unternehmen gebracht haben, wie wir Dinge angehen, wie mutig wir Dinge angegangen sind." Wer sein Nachfolger werde, wisse er nicht. "Im ÖFB ist es schon sehr wichtig, wie du mit Menschen umgehst. Ich habe einige in meiner Abteilung, die wirklich Qualität haben." Pröll will sich zur weiteren Vorgehensweise bei der Nachbesetzung erst am Montagnachmittag (14.00 Uhr) in einer Pressekonferenz äußern.

Schöttel hätte gerne zehntes Jahr absolviert

"In den letzten Wochen gab es das eine oder andere Thema, wo wir unterschiedlicher Meinung waren", sagte Schöttel. Die Ablöse sei für sein Umfeld und ihn dennoch "überraschend" gekommen. "Vorbereitet war ich nicht darauf." Er hätte gerne noch einige Zeit weitergemacht. "Zumindest das zehnte Jahr, danach hätte ich mir sowieso Gedanken gemacht."

Der Ex-Rapidler war im August 2017 zuerst als U19-Coach zum ÖFB gekommen und zwei Monate später zum Sportchef bestellt worden. "Zehn Jahre in diesem nicht ganz einfachen Umfeld zu schaffen, war irgendwo ein Ziel - und mich danach noch einmal neu zu orientieren." Seinen eigenen Überlegungen kam der Fußball-Bund nun zuvor. Schöttel: "Es geht mir gut. Ich bin guter Dinge und freue mich auf die nächste Zeit."

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