Neuer Unterricht

Schulen lehren jetzt: Sex-Würgen ist eine Straftat

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England verschärft seinen Sexualkunde-Unterricht. Ab dem neuen Schuljahr sollen Jugendliche nicht nur über Verhütung und Beziehungen sprechen, sondern auch über problematische Inhalte aus sozialen Netzwerken und Pornografie.
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Hintergrund ist die Sorge, dass immer mehr Jugendliche über das Internet mit frauenfeindlichen Ideologien und einem verzerrten Bild von Sexualität in Kontakt kommen. Der neue Lehrplan richtet sich an 14- bis 15-Jährige und ist Teil des überarbeiteten Unterrichtsfachs "Relationships, Sex and Health Education" (RSHE).

Fokus auf Grenzen und Einverständnis

Ein zentraler Bestandteil des Unterrichts ist das Thema Zustimmung beim Sex. Schülerinnen und Schüler lernen, dass persönliche Grenzen jederzeit respektiert werden müssen und dass bestimmte Praktiken – etwa das Würgen oder Ersticken beim Sex – strafbar sein können. Außerdem soll vermittelt werden, dass eine behauptete Zustimmung des Gegenübers vor Gericht nicht automatisch vor einer Strafbarkeit schützt.

Warnung vor frauenfeindlichen Online-Inhalten

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der sogenannten Manosphere und der Incel-Kultur. Die Jugendlichen sollen lernen, problematische Rollenbilder, Frauenhass und manipulative Inhalte im Internet zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.

Manosphere: Dies ist ein informelles Online-Netzwerk aus Blogs, Foren und Social-Media-Kanälen, das sich mit Männlichkeit, Männerrechten und Dating befasst. Während einige Bereiche sich auf Selbstverbesserung oder Fitness konzentrieren, ist die Szene insgesamt stark durch Antifeminismus und den Glauben geprägt, dass Männer in der modernen Gesellschaft systematisch benachteiligt werden.
Incel-Kultur: Als radikaler Teil der Manosphere bezeichnet "Incel" (unfreiwillig zölibatär) eine Online-Subkultur von Männern, die keine sexuelle oder romantische Partnerin finden. Ihr Weltbild ist von extremem Pessimismus geprägt, bei dem Frauen die Schuld an der eigenen Einsamkeit gegeben wird, was in den Foren häufig zu tiefem Selbstmitleid und ausgeprägter Frauenfeindlichkeit führt.

Auch toxische Verhaltensweisen in Beziehungen, etwa das heimliche Kontrollieren des Handys des Partners oder sogenanntes Gaslighting, werden im Unterricht behandelt.

Pflicht an allen Schulen

Nach Angaben der britischen Regierung werden die neuen Unterrichtsinhalte ab September an allen Schulen verpflichtend eingeführt. Ziel ist es, schädliche Mythen über Beziehungen und Sexualität frühzeitig zu bekämpfen und Gewalt gegen Frauen und Mädchen langfristig zu reduzieren.

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