Spritzen & Fäkalien:

Anrainer verzweifeln an offener Drogenszene

Zwei Personen sitzen vor einem geparkten Auto in einer urbanen Umgebung mit Graffiti an der Wand.
© oe24
Rund um das Suchthilfezentrum Jedmayer bleibt die Lage angespannt. Anrainer berichten von offenem Drogenkonsum, gebrauchten Nadeln sowie Urin und Fäkalien in Wohnhäusern.
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Die nächtliche Sperre und die neue Schutzzone im Fritz-Imhoff-Park sollen die Lage rund um das Suchthilfezentrum Jedmayer beruhigen. Im Park selbst sind seither zwar weiterhin Drogen konsumierende Personen anzutreffen, allerdings deutlich weniger. Ein Anrainer berichtet nun jedoch von Problemen in den angrenzenden Straßenzügen und Wohnhäusern.

Eingang zum Fritz-Imhoff-Park mit grünem Tor und Hinweistafel bei sonnigem Wetter.
Der Fritz-Imhoff-Park wird nachts zugesperrt und hat eine Umzäunung erhalten und drei verschließbare Toren erhalten. © oe24

Fotos, die oe24 übermittelt wurden, zeigen den Müllraum eines Hauses in der Liniengasse in unmittelbarer Nähe der Schutzzone am Dienstagmorgen. Zu sehen sind unter anderem Verpackungen und zurückgelassener Abfall.

Laut dem Bewohner sei das kein Einzelfall. Er berichtet von gebrauchten Nadeln im Haus und Personen, die sich im Stiegenhaus einen Schuss setzen wollten. Frauen aus der Drogenszene würden zudem selbst zu Mittag mit heruntergezogener Hose in Garageneinfahrten urinieren. Auch im Kellerbereich seines Wohnhauses seien Fäkalien und Urinspuren zurückgeblieben.

Verdrängung in die Nachbargassen

Auch auf der Straße beobachte er weiterhin offen Drogen konsumierende Personen. Vor einer Supermarktfiliale würden sich Süchtige am Abend am Gehsteig oder bei Müllcontainern einen Schuss vorbereiten. Zurück bleibe immer wieder Abfall. Zudem habe er gesehen, wie Personen am Abend oder in der Nacht über den Zaun des Minna-Lachs-Parks klettern.

Drei Polizisten gehen in Uniform durch einen sonnigen Park mit viel Grün und Graffiti an einer Mauer.
Die Polizei patrouilliert im Fritz-Imhoff-Park und in der U6-Station Gumpendorfer Straße. © oe24

Der betroffene Anrainer sieht deshalb die Gefahr, dass sich die Szene durch die Maßnahmen im Fritz-Imhoff-Park lediglich verlagert. Auch rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße und beim Westbahnhof sei die Situation aus seiner Sicht weiterhin angespannt.

oe24 stieß am Donnerstag bei einem Lokalaugenschein ebenfalls auf Süchtige, die sich zwischen geparkten Fahrzeugen einen Schuss vorbereiteten.

Absiedlung des Jedmayer gefordert

Müll liegt vor zwei Restmülltonnen im Fritz-Imhoff-Park auf dem Boden verstreut.
Am Boden zurückgelassener Abfall im Müllraum. © Privat

Mit Fotos seiner Beobachtungen wandte sich der Mann auch über die Plattform X an die Stadt Wien. Eine Reaktion habe er bis zur Übermittlung seiner Schilderungen nicht erhalten. Für ihn reichen die bisherigen Maßnahmen nicht aus. "Ein derartiges Zentrum hat im Umkreis von Familien, Kindergärten und Schulen nichts zu suchen", sagt der Anrainer.

Er wünscht sich eine Absiedlung des Suchthilfezentrums Jedmayer. Diese Forderung kommt auch von der FPÖ, die den Standort mitten im Wohngebiet und nahe Schulen, Parks und eines Öffi-Hotspots seit Jahren kritisiert.

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