Müder Blick
Ukraine spottet über Putin-Video
Am Wochenende veröffentlichte der Kreml ein Video. Darin steht der Generalstabschef Waleri Gerassimow mit dem Rücken zur Kamera. Er schaut auf den Eingang eines schmalen Korridors. Wenig später tritt Putin hervor und geht auf den General zu. Der Kremlherrscher schaut auffällig oft nach unten statt in das Gesicht Gerassimows. Der spricht seine Begrüßungsworte mechanisch herunter. Putin lächelt kurz und schüttelt ihm die Hand.
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Die Bilder erwecken den Eindruck, dass sie gezielt für die Kameras des russischen Staatsfernsehens inszeniert worden sind, so die "Bild". Kremlnahe Medien nutzen das Video als Beweis dafür, wie hart Putin im Krieg gegen die Ukraine vorgeht. Das russische Außenministerium betont, das "terroristische Neonazi-Ungeziefer" in Kiew endgültig "erledigen" zu wollen.
Diskussionen über Propaganda-Video
Im Video ist es auffällig, dass die Innenwände des Gangs mit Tarnnetzen verhängt wurden. Diese werden benutzt, um erkennbare militärische Ausrüstungen oder verräterische Reflexionen zu verdecken. Nun hat der ehemalige Vize-Innenminister der Ukraine, Anton Heraschtschenko (47), eine Vermutung. Auf X schreibt er, dass das Tarnnetz nur zur Dekoration sei. Das Video sei gestellt und Putin war nie in einem Gefechtsstand, sondern nur in einem Bunker.
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Unklar ist, wo die Bilder genau entstanden sind. Im weiteren Verlauf des Videos betritt Putin eine Art Konferenzraum. Neben Gerassimow sind mehrere Kommandeure versammelt. Auch dort sind Tarnnetze zu sehen. An den Innenwänden sind zusätzlich Karten des Frontverlaufs angebracht.
Druck auf Putin steigt
In der Besprechung erklärt Putin die Einnahme der Stadt Kostjantyniwka als wichtigen strategischen Erfolg. Dieser Behauptung widerspricht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48). Er fordert sogar Putin persönlich auf, ihn in der Stadt zu treffen. Wenn Russland die Kontrolle über Kostjantyniwka hat, sollte dies laut Selenskyj "kein Problem" sein. Der Kreml lehnt das Angebot ab. Dafür schlagen sie eine Waffenruhe vor.
Die Bilder von Putin in Militärkleidung lenken die Bevölkerung nur wenig von der aktuellen Lage ab. Am Wochenende meldet Sankt Petersburg, die Heimatstadt des Kreml-Herrschers, einen weiteren Angriff auf ein Ölterminal. Für Beobachter ist das kein Zufall. Putins Erfolgsmeldungen von der Front erscheinen in einer Zeit, in der die russische Bevölkerung unter dem Benzinmangel und den Drohnenangriffen tief auf russischem Gebiet leidet.
General Keith Kellogg (82), Donald Trumps früherer Sondergesandter für die Ukraine, sieht Putin und den Kreml unter Druck und sagte gegenüber dem Sender "TVP World": "Die Sowjets haben Afghanistan verlassen nach dem Verlust von 18.000 Soldaten. Putin hat 1,2 bis 1,4 Millionen Soldaten in der Ukraine verloren. Er muss sich fragen, ob er der nächste Zar ist, der ermordet wird."
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