Heute Nacht
Wiener Uhren hören wegen Zeitumstellung auf zu ticken
Während Millionen Menschen in Österreich eine Stunde länger schlafen dürfen, herrscht bei den zuständigen Dienststellen höchste Konzentration. In der Bundeshauptstadt Wien müssen rund 200 öffentliche Uhren an die mitteleuropäische Normalzeit angepasst werden. Zuständig für diesen Ablauf ist die Magistratsabteilung 33 („Wien leuchtet“). Die technischen Vorbereitungen laufen bereits seit Tagen, damit in der Nacht alles reibungslos über die Bühne geht.
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Der Mechanismus der Wiener Stadtuhren weist dabei eine historische und technische Besonderheit auf:
- Die mehr als 200 öffentlichen Uhren werden am 25. Oktober exakt um 2:59 Uhr morgens für genau eine Stunde angehalten.
- Nach dieser einstündigen Pause empfangen die Uhren ein automatisches Zeitsignal via GPS.
- Durch diesen Impuls schalten sie selbstständig auf 3:00 Uhr um und nehmen den regulären Betrieb wieder auf.
- Sollte ein Zeitmesser dennoch aus dem Takt geraten, ersucht die MA 33 die Bevölkerung um Unterstützung: Bürger können Fehlfunktionen direkt beim Lichttelefon unter der Nummer 0800 33 80 33 melden.
Völlig anders verhält sich die Umstellung bei den Wiener Linien. Bei den Verkehrsbetrieben sind insgesamt rund 4.500 Uhren im Einsatz, wovon sich circa 800 Zeitmesser direkt in den U-Bahn-Stationen befinden. Weitere Exemplare sind in den Fahrzeugflotten wie Straßenbahnen und Bussen verbaut.
Pünktliche Umstellung
Hier müssen die Zeiger nicht manuell oder durch Pausieren korrigiert werden. Die Umstellung erfolgt pünktlich um 3:00 Uhr vollautomatisch durch ein elektronisches Signal direkt aus der Leitstelle der Wiener Linien in Erdberg. Innerhalb weniger Augenblicke zeigen alle Anzeigen im Wiener Netz synchron die korrekte Normalzeit an.
Auch bei den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) läuft die Anpassung überwiegend digital. Bundesweit sind rund 4.000 Uhren im Streckennetz installiert, davon etwa 620 Exemplare im Wiener Stadtgebiet. Alle diese Geräte erhalten den Umstellungsbefehl synchron über ein Funksignal.
Auch Züge stehen still
Eine spürbare Auswirkung hat die Zeitumstellung allerdings auf die Nachtzüge der ÖBB. Um den hochkomplexen Fahrplan-Takt im Fernverkehr nicht ins Chaos zu stürzen, greifen die Bundesbahnen zu einer bewährten betrieblichen Maßnahme.
Alle Nachtzüge, die zur Umstellungszeit auf der Schiene unterwegs sind, bleiben um exakt 3:00 Uhr morgens im jeweils nächstgelegenen Bahnhof stehen. Dort warten die Züge genau eine Stunde lang, bis die gewonnene Zeit verstrichen ist. Nach Ablauf der 60 Minuten setzen die Garnituren ihre Reise planmäßig fort. Dadurch wird garantiert, dass kein Nachtzug seine Zielstationen eine Stunde zu früh erreicht und Anschlussverbindungen reibungslos klappen.
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