Feldbrand in NÖ

Wirbel um Notruf-Panne: 13 Minuten bis zum Alarm

Ein Löschfahrzeug des Niederösterreichischen Landesfeuerwehrverbands.
© Niederösterreichischer Landesfeuerwehr
Knapp eine Viertelstunde verging, ehe die Feuerwehr zu einem Feldbrand im Bezirk Gänserndorf alarmiert wurde. Der Vorfall sorgt nun für grundlegende Diskussionen über den Ablauf von Notrufen.
OE24 auf Google bevorzugen

Als Ende Juni bei Mäharbeiten ein Feld nahe dem Steinbergwald (bei Neusiedl an der Zaya im Bezirk Gänserndorf) in Flammen aufging, reagierte der betroffene Landwirt sofort. Selbst Feuerwehrmann, setzte er laut ORF-Bericht per Handy den Notruf ab. In den nächsten acht Minuten breitete sich das Feuer weiter aus, von einem Löschwagen aber fehlte jede Spur - verzweifelt rief er noch einmal an. Heute weiß der Landwirt: Der Alarm für die örtliche Feuerwehr erfolgte erst nach 13 Minuten! Auch zwei weitere Feuerwehrleute versuchten in dieser Zeit, den Notruf zu erreichen, legten nach gut 20 Sekunden jedoch wieder auf, nachdem niemand ihre Anrufe entgegennahm.

Die Notrufzentrale für Niederösterreich.
Die Notrufzentrale für Niederösterreich. © Notruf Niederösterreich

Der Landesfeuerwehrverband versichert hingegen, dass jeder Notruf entgegengenommen und entsprechend dokumentiert werde. Sollten gleichzeitig mehrere Meldungen eingehen, könne es allerdings kurzfristig zu Wartezeiten kommen. Im Falle des Feldbrands hätten die Anrufer zu schnell aufgelegt: Der zuständige Disponent hat nämlich bis zu 30 Sekunden Zeit, einen Notruf entgegenzunehmen. Die Feuerwehr appelliert daher, in Notfällen nicht vorzeitig aufzulegen - nur wer in der Leitung bleibt, geht nämlich sicher, dass sein Notruf umgehend bearbeitet werden kann.

Der Fall sorgt für große Empörung und wird nun genau untersucht. Dabei sollen die Erkenntnisse nicht nur an die beteiligten Feuerwehren weitergegeben werden, sondern auch in die Ausbildung der Disponenten einfließen. Gleichzeitig wird darüber diskutiert, ob die Weiterleitung an andere Alarmzentralen künftig schneller erfolgen könnte. Klaus Geiger, Teamleiter der Alarmzentrale, sieht hier jedenfalls "noch Luft nach oben". Denn: "Wenn sie gut untereinander arbeiten, würde das etwas für die Qualität bringen."

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden