48 Stunden Flug-Chaos in Frankfurt

Österreich betroffen

48 Stunden Flug-Chaos in Frankfurt

Flugzeug-Einweiser streiken für mehr Gehalt: Airport-Betreiber kontert.

Auf dem größtem deutschen Flughafen wird seit Montagmorgen wieder gestreikt. Die rund 200 Vorfeldmitarbeiter legten am frühen Morgen die Arbeit für 48 Stunden nieder, wie der Frankfurter Flughafenbetreiber bestätigte. In der Nacht auf Montag hatte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) den Streik überraschend um 24 Stunden verlängert - ursprünglich sollte nur bis zum Dienstagmorgen 05.00 Uhr die Arbeit niedergelegt werden. Nun soll der Ausstand nach GdF-Angaben bis Mittwoch 05.00 Uhr dauern.

Auch Flüge nach und von Österreich sind betroffen. Die Lufthansa musste heute bereits je drei Hin- und Retourflüge zwischen Österreich und Frankfurt stornieren. Betroffen sind die Flughäfen in Wien, Graz und Linz. Bei der AUA und Fly Niki hat es bisher keine Ausfälle gegeben. Allerdings könnte es zu Verspätungen kommen, wie ein Sprecher der AUA gegenüber der APA sagte. Er rät den Passagieren, sich rechtzeitig auf der Homepage oder im Callcenter zu informieren.

Flughafenbetreiber Fraport zählte für den Montag rund 230 Ausfälle bei 1.250 geplanten Flügen. Das wären 70 weniger als am Freitag mit gut 300 Ausfällen in lediglich 14 Stunden Streik.

Die Lufthansa plant für den Dienstag nur noch mit 160 gestrichenen Starts und Landungen in Frankfurt nach rund 200 Ausfällen am Montag. Der Interkontinentalverkehr werde weiterhin im vollen Umfang aufrechterhalten, der Flugplan innerhalb Deutschlands und Europas werde ausgedünnt. "Wir haben es immer besser im Griff, einen stabilen Flugverkehr abzuwickeln", sagte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels.

Die Gewerkschaft will mit dem Streik den Druck in der Tarifauseinandersetzung mit Fraport erhöhen. Sie kritisierte, dass der Betreiber sich nicht bewege. Fraport sieht dagegen die Gewerkschaft am Zuge und forderte eine Rückkehr an den Verhandlungstisch.

Streit um Gehalt
Hintergrund des Konfliktes ist, dass Fraport die Forderung nach einem eigenen Tarifwerk mit hohen Gehaltssteigerungen für die rund 200 Vorfeldbeschäftigten nicht akzeptieren will. Laut Fraport laufen die GdF-Forderungen auf Steigerungen zwischen 64 und 73 Prozent mehr Geld hinaus. Der Fraport-Sprecher betonte, dies sei überzogen.

Bereits am vergangenen Donnerstag und Freitag hatten die rund 200 Vorfeldmitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Allein am Freitag waren dadurch 301 Flüge ausgefallen. Es war auch in Österreich vereinzelt zu Verspätungen und Ausfällen gekommen. Bei der AUA ist man auch dieses Mal "bemüht und zuversichtlich", die Flüge von und nach Frankfurt "wie am Freitag weitestgehend störungsfrei" abwickeln zu können, sagte ein Sprecher am Sonntagnachmittag zur APA.

Frankfurt ist mit täglich 1.300 Starts und Landungen der zweitgrößte Flughafen in Europa - größer ist nur London-Heathrow.

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