Airbus-Chef droht mit Jobabbau bei höherer Exporthürde in Deutschland

Airbus -Chef Tom Enders hat einen weiteren Stellenabbau in Aussicht gestellt, falls die deutsche Regierung die Exporthürden für Rüstungsgüter weiter erhöht.

"Ich mache mir große Sorgen über die Entwicklung hier in Deutschland hin zu noch restriktiveren Ausfuhrbestimmungen für Waffen. Wir haben ohnehin schon mit die schärfsten Regelungen. Aber wenn das noch ärger wird, dann könnte das zu Stellenstreichungen über unsere bisherigen Pläne hinaus führen", sagte der Manager in einem am Freitag veröffentlichten Reuters-Interview. "Es könnte dazu führen, dass wir bestimmte Fertigungslinien schließen oder ins Ausland verlagern." Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte im letzten halben Jahr Rüstungsgeschäfte in Milliardenhöhe freigegeben, zugleich aber angekündigt, die Exporte der Branche künftig einzuschränken.

Enders wollte die bedrohten Arbeitsplätze noch nicht beziffern. Bisher plant er die Streichung von gut 2.400 Jobs in Deutschland und 5.800 im Konzern, um seine Rüstungssparte profitabel zu halten. "Diese Regierung ist noch keine sechs Monate an der Macht und der politische Trend ist noch recht jung. Es scheint aber, dass die aktuelle Regierung noch restriktiver wird als die vorhergehenden", sagte Enders. Die Folgen könnten ganze Werke des Flugzeugbauers betreffen. "Ich wäge meine Worte vorsichtig, aber die Entwicklung erscheint mir als ein sehr besorgniserregender Trend. Und wenn es wirklich so geschieht, steht noch mehr Ärger bevor."