Al Jazeera Mostefa Souag

Fernsehen

Al-Jazeera streicht weltweit 500 Stellen

Der Geldgeber Katar leidet unter dem Ölpreisverfall.

Der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera streicht weltweit 500 Stellen. Die meisten Posten würden in der Zentrale des Senders in Katar wegfallen, teilte das staatlich finanzierte Unternehmen am Sonntag mit. Generaldirektor Mostefa Souag sagte, die Kürzungen seien Teil einer "Initiative zur Optimierung der Arbeitskräfte".

Einstellung des US-Ablegers
Erst Mitte Jänner hatte Al-Jazeera mitgeteilt, dass der Betrieb seines US-Ablegers Ende April eingestellt werde. Al-Jazeera ist seit seiner Gründung 1996 der führende arabischsprachige Nachrichtensender, doch geriet der Konzern zuletzt zunehmend in Schwierigkeiten.

Kampf mit Energiepreisen
Das Emirat Katar, das den Sender finanziert, kämpft seit Monaten mit den niedrigen Energiepreisen. Der Golfstaat ist auf die Einnahmen aus dem Gas- und Ölverkauf angewiesen und erwartet dieses Jahr erstmals seit 15 Jahren ein Haushaltsdefizit. Der Emir kritisierte im Dezember Verschwendung, Überbesetzung und mangelnde Kontrolle im Land.

4.500 Mitarbeiter
Bisher beschäftigte Al-Jazeera rund 4.500 Menschen weltweit. Ein Mitarbeiter sagte, die meisten Stellen würden außerhalb des redaktionellen Bereichs wegfallen. Bereits mit der Schließung des US-Ablegers Ende April werden rund 700 Posten gestrichen.

Kein Erfolg für Al-Jazeera America
Al-Jazeera America war im August 2013 in den USA mit einer Senderzentrale in New York gestartet. Für den Ableger warb Al-Jazeera renommierte US-Journalisten ab und eröffnete Studios in einem Dutzend Städten des Landes. Doch Al-Jazeera America war kein Erfolg beschieden. Der Sender ist bis heute nur auf den hinteren Programmplätzen zu finden und muss in den Vereinigten Staaten gegen Vorurteile ankämpfen.