Aldi und Lidl nehmen Tesco in die Zange

Die deutschen Diskonter Aldi und Lidl jagen dem weltweit drittgrößten Einzelhändler Tesco auf seinem Heimatmarkt Großbritannien immer mehr Marktanteile ab. Auch modernere Filialen, neue Produkte, mehr Personal und Preis-Angebote konnten das Blatt bei Tesco nicht wenden.

Zwar nahm der Konzern umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro in die Hand, um Rivalen Paroli zu bieten und die Kauflust der Briten anzuregen. Dennoch schrumpfte der vergleichbare Umsatz in Großbritannien im dritten Quartal um 1,5 Prozent. Auch auf den Auslandsmärkten seien die Erlöse zurückgegangen, teilte der hinter US-Branchenprimus Wal-Mart und der französischen Carrefour liegende Tesco mit.

"Trotz der schwierigen Lage auf vielen unserer Märkte, sind wir für das Gesamtjahr im Rahmen der Markterwartungen", erklärte Tesco am Mittwoch. Im November hatten Marktforscher von Kantar Worldpanel berichtet, dass die vier größten Einzelhändler in Großbritannien - neben Tesco, Wal-Mart's Asda, Sainsbury und Wm Morrison - erstmals sei mehr als einem Jahrzehnt Marktanteile verlieren. Aldi und Lidl verbuchten dagegen einen Umsatzsprung.

Tesco, der rund zwei Drittel seiner Umsätze auf der Insel erwirtschaftet, leidet seit längerem unter der Nachfrageflaute auf seinem Heimatmarkt. "Der anhaltende Druck auf die Haushaltsfinanzen in Großbritannien hat den Lebensmittelhandel für jeden seit Sommer schwieriger gemacht und unser Ergebnis im dritten Quartal spiegelt das wider", sagte Tesco-Chef Philip Clarke. Tesco misslang zudem die Expansion in die USA und nach Japan - auch der Schritt nach China kostete viel Geld.

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