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Erfolgskurs

Andritz liefert Ausrüstung für Kraftwerk Ilisu

Der österreichische Anlagenbauer arbeitet beim umstrittenen türkischen Wasserkraftwerk mit. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf 340 Mio. Euro. Umweltbedenken und die Umsiedelung der Anrainer haben das Kraftwerk zu einem Politikum werden lassen.

Der börsenotierte österreichische Anlagenbauer Andritz wird für das umstrittene Wasserkraftwerk Ilisu in der Osttürkei elektromechanische Ausrüstung im Wert von rund 340 Mio. Euro liefern. Es seien nun "nach der zwischenzeitlichen Suspendierung der Lieferverträge sämtliche Voraussetzungen für die Wiederaufnahme geschaffen", der Auftrag könne voraussichtlich noch vor Ende Juni verbucht werden, teilte das Unternehmen mit.

Turbinen und Generatoren

Andritz Hydro wird im Laufe von sieben Jahren sechs Francis-Turbinen mit je 200 MW Leistung, sechs Generatoren, Zusatzausrüstungen sowie Engineering-Leistungen liefern. Das gesamte Projekt beim Bau von Ilisu habe ein Volumen von 1,1 Mrd. Euro, wobei die türkische Firma Nurol federführend tätig sei. Zum Lieferkonsortium gehören weitere europäische und türkische Firmen.

Umwelt und soziale Aspekte

Durch die Verwirklichung des Projekts soll ab 2015 Strom für zwei Millionen Haushalte erzeugt werden. Die türkische Regierung habe "über die Einhaltung der umfassenden gesetzlichen Bestimmungen hinaus" verbindlich zugesagt, dass sie Umweltschutz sowie soziale und kulturelle Aspekte berücksichtigen werde, betont Andritz. Das Projekt ist seit seiner Ankündigung im Jahr 1997 umstritten. Umweltgruppen und NGOs kritisieren einerseits den Eingriff in das Ökosystem der Region, andererseits, dass tausende Menschen umgesiedelt werden müssen und dass die historische Stadt Hasankeyf untergehen wird.

Andritz verweist darauf, dass durch das Kraftwerk die Infrastruktur für die lokale Bevölkerung verbessert werde. Für drei Städte, darunter Diyarbakir mit etwa 800.000 Einwohnern, sollen moderne Kläranlagen gebaut werden, die Trinkwasserversorgung werde verbessert, Brücken und Straßen werden gebaut. Insgesamt sollen rund 4.000 neue Arbeitsplätze entstehen.