Ermittlungen belasten Grasser schwer

Buwog-Affäre

Ermittlungen belasten Grasser schwer

Neue Hinwiese, dass Grasser hinter dem "15444"-Konto in Liechtenstein steckt.

Mit Zitaten aus dem Durchsuchungsbefehl in der Buwog-Affäre vom 12. April 2011 lässt das Nachrichtenmagazin "Format" aufhorchen. Demnach belastet der Razziabeschluss des Liechtensteiner Landgerichts über den Zürcher Vermögensberater Norbert Wicki bzw. dessen Büros in Liechtenstein den früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V). Die österreichische Justiz hege den Verdacht, dass Grasser über Briefkastenfirmen, die Wicki bereitgestellt habe, Buwog-Vermittlungsprovisionen kassiert habe. Grasser selbst hat wiederholt alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Drei Konten
Laut dem Beschluss "bestehen substanzielle Bedenken gegen die Richtigkeit von Meischbergers Behauptung, dass ihm der gesamte aus Zypern von der Astropolis nach Liechtenstein auf die drei Konten "Natalie, Karin und 15444" überwiesene Teil der Buwog-Provision zustehe". Walter Meischberger und sein Freund und Geschäftspartner Grasser haben stets betont, dass der Ex-Minister nichts von der Buwog-Provision erhalten habe.

Konto "15444"
Das Konto "15444" bei der Hypo Investment Bank (HIB) in Liechtenstein, das nach Meischbergers Angaben sein eigenes Konto ist, wird von den Ermittlern hingegen eher bei Grasser vermutet: "Seitens der Ermittlungsbehörden wird davon ausgegangen, dass das Konto '15444' einer dritten Person wirtschaftlich zuzurechnen ist. Aufgrund der Fülle an Indizien liegt der Verdacht nahe, dass diese dritte Person Karl-Heinz Grasser ist", zitiert das Magazin aus dem Razziabeschluss.

Detail am Rande: Die Zahl 15444 ergibt als SMS ins Handy eingetippt die Zeichenfolge ".KHGi" - das wären die Initialen Grassers.

Buwog-Gelder
Auf dem Konto "15444" landeten von 2005 bis 2007 rund 2,5 Millionen Euro Buwog-Geld, die restlichen fünf Provisionsmillionen flossen zu gleichen Teilen auf die HIB-Konten "Karin" bzw. "Natalie", die laut "Format" Ernst Karl Plech und Walter Meischberger gehören. Rund 2 Mio. Euro hatte schon der Lobbyist Peter Hochegger laut Berichten behalten. Gegen Grasser, Plech, Meischberger und Hochegger wird im Zusammenhang mit der 9,6-Mio.-Euro-Provision bei der Buwog-Privatisierung u.a. wegen Verdachts auf Untreue und Amtsmissbrauch ermittelt, es gilt die Unschuldsvermutung.

Zweifel an Angaben
Bei einer Analyse der Geldströme der Liechtenstein-Konten ergäben sich Zweifel an Meischbergers Angaben, dass ihm auch das Konto "15444" gehöre. So seien am 24. Oktober 2006 vom Konto "Natalie" 50.000 Euro behoben und am selben Tag der gleiche Betrag am Konto "15444" einbezahlt worden. Zwischen dem Konto "15444" und dem Konto "109.061" der Mandarin Group bei der Raiffeisenbank Liechtenstein habe es mehrere Überweisungen gegeben. Zur selben Zeit existierten Treuhandverträge zwischen Grasser und Mandarin als Treunehmer, so das Magazin.

Wem das Vermögen der Briefkastenfirma Mandarin zuzurechnen sei, das bleibe unklar, so das "Format". Geld und Wertpapiere seien vom Mandarin-Konto bei der Raiffeisenbank Liechtenstein auf das Konto der Catherine Participation Corp. bei der St. Galler Kantonalbank geflossen. Ob dieses Grasser gehöre, seiner Schwiegermutter Marina Giori-Lhota oder dem Vermögensverwalter Wicki selber bleibe offen.