Chinas Dienstleistungssektor wächst langsamer

Chinas Wirtschaft hat einen neuen Dämpfer erlitten. Der Dienstleistungssektor wuchs im Jänner so langsam wie seit fast zweieinhalb Jahren nicht mehr. Der am Freitag veröffentlichte Einkaufsmanager-Index der Großbank HSBC und des Forschungsinstituts Markit fiel auf 50,7 Punkte von 50,9 Zählern im Dezember und damit auf den tiefsten Stand seit August 2011.

Das Konjunkturbarometer blieb aber über der Marke von 50 Punkten, ab der es Wachstums signalisiert. Allerdings hatten schon die drei anderen monatlich erhobenen Einkaufsmanager-Indizes aus der Dienstleistungsbranche und Industrie darauf gedeutet, dass sich das Wachstum der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft wegen einer schwächeren Nachfrage aus dem In- und Ausland verlangsamt.

Chinas Wirtschaft war 2013 nur noch um 7,7 Prozent gewachsen. Ein kleineres Plus gab es zuletzt 1999. Für dieses Jahr sagen Experten nur noch ein Wachstum von 7,4 Prozent voraus. Solche für Europa unerreichbar anmutenden Zahlen gelten in China als Minimum, um eine Krise am Arbeitsmarkt und soziale Unruhen in dem Milliardenvolk zu vermeiden. Die Regierung in Peking will die Wirtschaft umbauen und den Binnenkonsum stärken. Dafür nimmt sie auch ein geringeres Wachstum in Kauf. Eine Konjunkturabkühlung in China könnte auch die wirtschaftlichen Turbulenzen in den Schwellenländern verschärfen, die zuletzt weltweit an den Börsen für Verunsicherung sorgten.

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