Ericsson steigt in den Bieterkampf ein

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Ericsson verzeichnete Umsatz- und Gewinneinbruch

Dem schwedischen Telekomausrüster Ericsson setzt die geringere Investitionsbereitschaft seiner Kunden in der Krise kräftig zu. Der Umsatz im Kerngeschäft mit Netzwerken ging im vierten Quartal zum Vorjahr um 16 Prozent zurück. Durch Kostensenkungen konnte das Unternehmen die Auswirkungen der Rezession jedoch abfedern. Der Marktanteil sei in allen Bereichen gehalten worden und Ericsson stehe finanziell gut dar, sagte Konzernchef Hans Vestberg. Eine Prognose für 2010 wagte er aber nicht.

Für das abgelaufene Quartal meldete Ericsson ohne Verluste schreibende Joint Ventures und Restrukturierungskosten einen operativen Gewinn von umgerechnet rund 733 Mio. Euro (7,5 Mrd. schwedische Kronen). Damit traf der Konzern in etwa die Prognosen der Analysten. Der Umsatz blieb mit rund 5,7 Mrd. Euro leicht hinter den Markterwartungen zurück und lag 13 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Allerdings fiel die Nachfrage regional sehr unterschiedlich aus: Während die Netzwerk-Betreiber in einigen Schwellenländern zunehmend vorsichtiger agierten, liefen die Geschäfte in China, Indien und den USA weiterhin gut, erklärte das Unternehmen. "Die Zahlen zeigen, wie schwierig 2009 für die Netzwerkausrüster war", sagte Analyst Paolo Pescatore von CSS Insight. Dennoch bleibe Ericsson eines der wenigen Unternehmen, die aufgrund ihrer Größe und Ausgangsposition am Markt überleben dürften. Ericsson hatte bereits vor dem Abschwung mit Kosteneinsparungen begonnen.

Obwohl sich die Aussichten für den Sektor mittlerweile etwas verbessert haben, könnte eine Erholung noch bis 2011 auf sich warten lassen. Ericssons Rivale Alcatel-Lucent rechnet damit, dass der Markt in diesem Jahr stagniert oder bestenfalls ein Wachstum von fünf Prozent aufweisen wird. Das von Nokia und Siemens betriebene Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks erwartet kein Wachstum.