Paukenschlag

eBay lehnt 55-Milliarden-Deal ab

Paukenschlag in der Tech-Welt: eBay hat ein milliardenschweres Übernahmeangebot von Gamestop abgelehnt. Der Konzern hält den Deal für nicht überzeugend und zweifelt offen an der Finanzierung. 

Die Online-Handelsplattform eBay hat die Übernahmeofferte des Videospiele-Händlers Gamestop zurückgewiesen. Das rund 55 Milliarden Dollar schwere Angebot sei „weder glaubwürdig noch attraktiv“, erklärte Verwaltungsratschef Paul Pressler.

Vor allem bei der Finanzierung sieht eBay große Fragezeichen.

Zweifel an Milliarden-Finanzierung

Gamestop hatte das Angebot vor gut einer Woche vorgelegt. Firmenchef Ryan Cohen plante, den Kaufpreis zur Hälfte in bar und zur Hälfte in Aktien zu bezahlen. Dafür hätte Gamestop allerdings in großem Stil neue Aktien ausgeben müssen.

Laut eBay wurde die Offerte gemeinsam mit Rechts- und Finanzberatern eingehend geprüft. Unklar sei unter anderem, wie die Finanzierung konkret aussehen solle und welche Schuldenlast aus der Übernahme entstehen würde.

eBay veröffentlicht Bank-Brief

In einem ungewöhnlichen Schritt veröffentlichte eBay sogar ein Schreiben der TD Bank an Gamestop. Darin bescheinigte die Bank dem Unternehmen gute Chancen auf einen Kredit von bis zu 20 Milliarden Dollar für einen möglichen Kauf.

eBay verweist auf Erfolgskurs

Pressler betonte zudem die zuletzt verbesserte Geschäftsentwicklung des Unternehmens im Wettbewerb mit Online-Riesen wie Amazon. „Wir haben unseren strategischen Fokus geschärft, die Umsetzung gestärkt, unseren Marktplatz und das Verkäufererlebnis verbessert und den Aktionären konsequent Kapital zurückgeführt“, schrieb Pressler.

Gamestop sorgte zu Beginn der Corona-Pandemie für Schlagzeilen, weil Amateurhändler aus dem Netz den Kurs der Aktie in die Höhe trieben, obwohl Wall-Street-Analysten am Geschäftsmodell der Firma gezweifelt hatten. Gamestop-Fans und andere private Spekulanten hatten sich vor allem auf der Online-Plattform Reddit verabredet, um gegen Hedgefonds zu wetten, die auf fallende Kurse gesetzt hatten. Indem sie den Aktienkurs des Videospiele-Händlers hochjagten, gelang es ihnen, institutionelle Hedgefonds in Schwierigkeiten zu bringen.

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