Europas Leitbörsen zu Mittag verbucht Verluste

Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag am frühen Nachmittag moderat schwächer tendiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 verlor 0,95 Einheiten oder 0,03 Prozent auf 3.281,63 Punkte.

Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.10 Uhr mit 9.922,22 Punkten und einem Minus von 1,30 Einheiten oder 0,01 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor 17,41 Zähler oder 0,26 Prozent und steht nun bei 6.783,15 Stellen.

Die Stimmung der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni erneut eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima sank von 110,4 Zählern im Mai auf 109,7 Punkte, wie das Münchner ifo-Institut am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 7.000 Managern mitteilte. Ökonomen hatten mit einem Rückgang auf 110,2 Zähler gerechnet.

Die Unternehmen beurteilten ihre Geschäftsaussichten schlechter. "Die deutsche Wirtschaft befürchtet mögliche Auswirkungen der Krisen in der Ukraine und im Irak", sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Die Situation in Frankreich wird ebenso besorgt beurteilt, dort sinken die Einkaufsmanagerindizes unterhalb der Expansionsschwelle weiter, so ein Experte der Helaba Bank.

Im Verlauf könnten die Zahlen zu den Neubauverkäufen in den USA Impulse geben. Weiterhin werden Zahlen zum Richmond-Fed-Index, welcher ein guter Indikator zur Produktionsleistung der USA ist, bekannt gegeben, sowie das Verbrauchervertrauen in den USA. Die Konjunkturdaten werden von Expertenkreisen freundlicher erwartet.

Die EVP im Europaparlament pocht auf die Einhaltung der Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts. Die Debatte über eine Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts hatte Ende vergangener Woche IWF-Chefin Christine Lagarde verstärkt. Sie meinte, dass die jüngsten Ergänzungen des Stabilitäts- und Wachstumspakts mit den beiden Paketen zur Verschärfung der Haushaltskontrolle der Staaten - im EU-Jargon Six-Pack und Two-Pack genannt - zu kompliziert seien und vereinfacht werden sollten. Österreichs Kanzler Werner Faymann (SPÖ) versicherte gleichzeitig, dass Stabilität und Wachstum nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften.

Bei den Branchenwerten präsentierte sich die Energiebranche weiter freundlich. GDF Suez verbuchte ein Plus von 1,19 Prozent, RWE notierte mit plus 0,54 Prozent und E.On mit plus 0,30 Prozent. Dageben sah die Lage für die Telekommunikationsunternehmen weniger rosig aus. Die Titel der Telefonica verloren 0,24 Prozent und Orange SA verringerte sich um 0,43 Prozent, nur die Deutsche Telekom verbuchte ein Plus von 0,32 Prozent.