Dow Jones Börse

US-Börsen

Brexit lässt Dow Jones um 600 Punkte abrutschen

Index gibt sämtliche Gewinne seit Jahresanfang wieder ab.

Großbritanniens Entscheidung zum Austritt aus der EU hat der Wall Street deutliche Kursverluste eingebrockt. Die US-Börsen schlossen am Freitag einheitlich mit deutlichen Kursverlusten. Nach einer bereits sehr schwachen Eröffnung rutschten sie im Verlauf des Handelstages immer tiefer in die Verlustzone.

Der Dow Jones brach um 611,21 Punkte oder 3,39 Prozent auf 17.399,86 Einheiten ein. Der breiter gefasste S&P-500 Index fiel um 76,02 Punkte oder 3,60 Prozent auf 2.037,30 Zähler. Beide Indizes gaben damit ihre seit Jahresbeginn angehäuften Gewinne vollständig wieder ab.

Der technologielastige Nasdaq Composite Index verlor ebenfalls deutlich und rutschte um 202,06 Einheiten oder 4,12 Prozent auf 4.707,98 Zähler ab.

Bereits an den Aktienmärkten in Japan und Europa hatte das "Brexit"-Referendum für Kursstürze gesorgt. Auch am Devisenmarkt hinterließ die Entscheidung der britischen Wähler ihre Spuren: Das britische Pfund kam schwer unter Verkaufsdruck und erreichte gegenüber dem US-Dollar zwischenzeitlich den tiefsten Stand seit 1985. Auch der Euro gab deutlich nach. Dagegen sprangen die Notierungen für Gold sowie der ebenfalls als "sicherer Hafen" geltende japanische Yen nach oben.

Die Anleger waren vom Ergebnis am falschen Fuß erwischt worden. An den Märkten hatte sich an den Tagen vor dem Referendum die Ansicht durchgesetzt, dass die Briten für einen Verbleib stimmen würden. Auch der Dow Jones hatte am Vortag vor diesem Hintergrund noch klar im Plus geschlossen.

Die US-Notenbank hat nun angesichts der Turbulenzen bereits mitgeteilt, dass sie die Entwicklungen an den weltweiten Finanzmärkten zusammen mit anderen Zentralbanken genau beobachte. Sie sei darauf vorbereitet, Dollar-Liquidität zur Verfügung zu stellen, falls dies notwendig werden sollte. Zuvor hatten unter anderem auch schon die britische Notenbank und die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Bereitschaft zu finanziellen Unterstützungsmaßnahmen für die Märkte signalisiert.

Bei den Einzelwerten gerieten wie schon in Asien und Europa Bankaktien besonders unter Druck. Im Dow Jones rutschten Goldman Sachs (minus 7,07 Prozent) und JPMorgan (minus 6,95 Prozent) ans Ende des Index. Im S&P-500 brachen Morgan Stanley (minus 10,15 Prozent) und Citigroup (minus 9,36 Prozent) noch deutlicher ein.

Direkt belastet vom "Brexit"-Votum wurde außerdem die Ford-Aktie, die 6,57 Prozent an Wert verlor. Großbritanniens Ausstieg aus der EU werde eine "negative Auswirkung" auf das Geschäft des Autokonzerns haben, hatte das Unternehmen zuvor mitgeteilt.