Die EZB drängt auf einen schärferen Sparkurs

Euro zum Dollar auf tiefstem Stand seit Mai 2009

EUR-USD: Mit Verlusten gegenüber dem Richtkurs vom Dienstag sowie gegenüber dem Devisengeschäft in New York. Auch gegenüber dem Franken, Pfund und Yen musste die Gemeinschaftswährung Abschläge verbuchen.

Mit den heutigen Verlusten ist der Euro gegenüber dem Dollar auf den tiefsten Stand seit Anfang Mai des vergangenen Jahres gefallen. Marktteilnehmer verweisen auf das politische Hickhack rund um die Finanzhilfen für Griechenland. Es könnte nun sein, dass sich Deutschland mit seinem Vorschlag eines Eingriffs durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) durchsetzt. Dies werde von Analysten als Schwäche der europäischen Politik gesehen und drücke massiv auf die Stimmung für den Euro.

Um 9 Uhr hielt der US-Dollar gegen den Euro bei 1,3427 nach 1,3519 USD beim Richtkurs vom Dienstag. In New York war der Euro gegen den US-Dollar zuletzt mit 1,3501 USD aus dem Handel gegangen.

Euro bleibt wegen griechischer Schuldenkrise unter Druck

[aus dem Morning Mail der Investkredit.] Die Uneinigkeit der Euroländer, ob und wie dem hoch verschuldeten Griechenland unter die Arme gegriffen werden soll, hat den Euro auch am Dienstag belastet. Händlern zufolge waren Investoren zunehmend verunsichert über immer neue Wortmeldungen mit verschiedenen Lösungsansätzen. Der Euro schwankte zwischen 1,3477 und 1,3569 Dollar.

Etwas in den Hintergrund rückte eine mögliche Hilfe des IWF, nachdem der künftige EZB-Vize Vitor Constancio einen Kredit der EZB für Griechenland mit strengen Auflagen als vorstellbar bezeichnete. Am Montag hatte bereits EZB-Chef Jean-Claude Trichet eine entsprechende Möglichkeit angedeutet.

Auch der griechische Finanzminister sagte, er wolle eine europäische Lösung für die Haushaltsprobleme seines Landes. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker regte ein Treffen der Eurogruppe zu Griechenland noch vor dem EU-Gipfel an. Bundeskanzlerin Angela Merkel, die sich mit ihrer Weigerung, die Schuldenkrise auf dem Gipfel zu thematisieren, innerhalb der EU isoliert hatte, erhielt unterdessen innenpolitische Rückendeckung von der schwarz-gelben Koalition.

In Reaktion auf Aussagen von SNB-Chef Philipp Hildebrand, die Schweizer Notenbank werde einem starken Anstieg des Schweizer Franken entschieden gegensteuern, gab der Euro auch zur Schweizer Währung deutlich nach. Zeitweise wurden für einen Euro nur noch 1,4295 Franken gezahlt.

Der Bund-Future blieb angesichts der Unsicherheiten rund um Griechenland gefragt. Der Kontrakt stieg um 16 Ticks auf 123,74 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleiherentierte mit 3,057 %. Die Hoffnung auf eine europäische Lösung für Griechenland ließ aber den Risikoaufschlag für griechische Anleihen leicht sinken. Die für die griechischen zehnjährigen Papiere zu zahlende Prämie im Vergleich zur zehnjährigen Bundesanleihe verringerte sich bis auf 327 Basispunkte von 344 Basispunkten im späten Montagsgeschäft. Auch die Risikoaufschläge für portugiesische und irische Anleihen gaben nach.

Termine heute: DE: Ifo Geschäftsklima Index, EU: Auftragseingänge, US: Aufträge langlebige Wirtschaftsgüter, Neubauverkäufe

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