Europa schließt in der Verlustzone

Anfängliche Kursgewinne

Europa schließt in der Verlustzone

US-Arbeitsmarktbericht robust - doch steigende Ölnotierungen belasten.

Die europäischen Leitbörsen haben ihre anfänglichen Gewinne nach Veröffentlichung des US-Arbeitsmarkberichts großteils wieder abgegeben. Der Euro-Stoxx-50 schloss mit einem Minus von 0,70 Prozent bei 2.948,43 Punkten.

Der mit Spannung erwartete US-Arbeitsmarktbericht wies ein überwiegend robustes Bild aus. So hat die Beschäftigung im Februar mit einem Anstieg von 192.000 Stellen stärker zugelegt als von Volkswirten erwartet. Auch die Arbeitslosenquote ging von 9,0 Prozent im Jänner auf 8,9 Prozent zurück. Ökonomen hatten im Durchschnitt hingegen mit einem leichten Anstieg auf 9,1 Prozent gerechnet. Dass sich die Marktstimmung nach Veröffentlichung der Daten dennoch eingetrübt hatte, liegt Marktteilnehmern zufolge an den sehr hohen Erwartungen an die Arbeitsmarktzahlen, die bereits am Vortag für höhere Kurse sorgten.

Belastend wirkte zudem die Sorgen um eine mögliche Ausweitung der Unruhen von Nordafrika auf die arabische Halbinsel und die damit verbundene Angst vor Rohöl-Lieferengpässen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im April kostete zum europäischen Handelsschluss 103,72 Dollar und damit 1,78 Prozent mehr als am Donnerstag. Der Future auf ein Barrel der Nordseesorte Brent wurde mit 115,93 Dollar gehandelt (plus 0,99 Prozent).

Im Branchenvergleich zeigte bis zum Handelsschluss einige Finanzdienstleister relativ stark. So schlossen die Papiere der italienischen Intesa Sanpaolo mit einem Plus von 0,93 Prozent auf 2,39 Euro. Weiters konnten ING (plus 0,89 Prozent auf 8,88 Euro) und UniCredit (plus 0,33 Prozent auf 1,81 Euro) den europäischen Index stützen.

Auf der Verliererseite notierten hingegen verstärkt Versorgertitel. Insbesondere verbilligten sich GDF Suez, die mit einem Abschlag von 2,33 Prozent auf 27,93 Euro gehandelt wurden. Tiefer notierten auch Veolia Environment (minus 3,72 Prozent auf 22,15 Euro), nachdem der weltweit größte Wasserversorger für 2010 einen Rückgang des Nettogewinns auf 581,1 Mio. Euro (2009: 584,1 Mio. Euro) vermeldet hatte. Ebenfalls im Minus tendierten Iberdrola (minus 1,06 Prozent auf 5,99 Euro) und RWE (minus 0,69 Prozent auf 47,81 Euro).

Unter den Einzeltiteln kamen heute Hermes in den Blickpunkt, nachdem das Modehaus im vergangenen Geschäftsjahr einen Anstieg operativen Profitmarge vermeldet hatte. 2010 konnte der Hersteller der berühmten Ledertaschen und Seidentücher das Verhältnis von Betriebsergebnis zum Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 3,6 Prozentpunkte auf 27,8 Prozent anheben - was über den Markterwartungen lag. Die Aktien stiegen in Paris 0,43 Prozent auf 152,00 Euro.

Ebenfalls unter den Gewinnern waren SBM Offshore zu finden, die sich nach Zahlen um deutliche 6,33 Prozent auf 19,49 Euro verteuerten. Der Anbieter von Ölbohrschiffen und mobilen Ölbohrplattformen hatten im Geschäftsjahr 2010 einen Nettogewinn von 362 Mio. Euro erwirtschaftet und damit die Analystenschätzungen klar übertroffen.

Eine positive Unternehmensmeldung verhalf auch Easyjet in London zu einem leichten Plus von 0,14 Prozent auf 353,50 Pence. Der Billigflieger hat im Februar bei den Passagierzahlen einen Zuwachs von 13,1 Prozent verbucht.

Von negativen Analystenkommentaren wurden hingegen Carrefour belastet. Die Papiere verharrten mit einem Kursverlust von 4,37 Prozent auf 32,26 Euro durchgehend am unteren Ende des Euro-Stoxx-50, nachdem die Analysten von Citigroup die Supermarktkette von "Hold" auf "Sell" herabgestuft hatten. Merril Lynch senkte zudem das Kursziel der Papiere von 40,00 auf 38,00 Euro.