Europas Börsen schließen mehrheitlich mit Abschlägen.

Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Freitag größtenteils mit tieferen Kursen geschlossen.

Der europäische Leitindex Euro-Stoxx-50 gab um 0,22 % auf 2.831,95 Punkte ab. Händler verwiesen auf die enttäuschenden Daten zum Auftragseingang in der US-Industrie, welche die Märkte am Nachmittag deutlich belasteten.

Die Konjunkturoptimisten unter den Anlegern erlitten zum Wochenschluss einen unerwarteten Rückschlag. Daten des Handelsministeriums zufolge sind die Bestellungen für langlebige Güter aus der Industrie so stark zurückgegangen wie seit 7 Monaten nicht mehr.

In den Fokus der Investoren rückten vor allem Banken- und Telekomwerte. An der Spitze des paneuropäischen Leitindex schlossen UniCredit mit einem Kursplus von 4,16 % bei 2,63 Euro. ING Groep stiegen um 1,07 % auf 11,30 Euro.

Bei der italienischen Bank-Austria-Mutter steht Medienberichten zufolge eine Kapitalerhöhung ins Haus. Als Alternative zur Staatshilfe sei nun eine Kapitalaufstockung in Milliardenhöhe auf Schiene, hieß es. Entscheidend wird die Aufsichtsratssitzung am kommenden Dienstag für die weiteren Pläne der Großbank.

Der niederländische Finanzkonzern ING erwägt indessen den Verkauf seines australischen und neuseeländischen Versicherungsgeschäftes an seinen Joint-Venture-Partner in der Region ANZ. Das Geldhaus spüle mit dem Verkauf 1,1 Mrd. Euro in bar in die Kassen.

Telekomaktien standen ebenso europaweit im Mittelpunkt. Deutsche Telekom (plus 1,09 % auf 9,31 Euro), France Telekom (plus 0,8 % auf 18,28 Euro) und Telecom Italia (plus 1,23 % auf 1,231 Euro) zählten zu den Gewinnern. Die italienische Telekom plant laut Zeitungsberichten die Ausgabe von Anleihen im Volumen von 1,5 Mrd. Euro.

Beim weltweit drittgrößten Konsumgüterkonzern Unilever steht eine Akquisition ins Haus. Der Branchenriese übernimmt für 1,275 Mrd. Euro die Körperpflege-Sparte von seinem amerikanischen Mitbewerber Sara Lee. Unilever-Titel gaben in London um 0,06 % auf 1.735 Pence ab.

Analystenkommentare von Morgan Stanley zogen bei mehreren Titeln für Interesse auf sich. Beim britischen Elektronikhändler DSG International stuften die Experten das Anlagevotum von "equal weight" auf "underweight" zurück. Bei der deutschen Wacker Chemie wurde die Empfehlung von "equal weight" auf "overweight" hochgenommen. DSG büßten 4,71 % auf 26,68 Pence ein, Wacker erhöhten sich um 3,88 % auf 104,89 Euro.