Europas Börsen schließen schwächer

Neue Handelswoche

Europas Börsen schließen schwächer

Die europäischen Börsen haben mit etwas tieferen Notierungen geschlossen.

Kurzzeitig sorgte ein erneutes, schweres Erdbeben in Japan für Abgabedruck, nachdem vorübergehend die Kühlung in mehreren Reaktoren des havarierten Atomkraftwerks Fukushima ausgefallen war. Der Euro-Stoxx-50 ging um 0,34 Prozent schwächer bei 2.974,58 Punkten aus dem Handel.

Gut gesucht waren die Aktien der Deutschen Börse, nachdem der Fusionskrimi um die New York Stock Exchange (NYSE Euronext) in die nächste Runde gegangen ist. Die NYSE hat ein Angebot der US-Technologiebörse Nasdaq als "strategisch unattraktiv" abgewiesen und damit die Deutsche Börse weiterhin als Favorit für die Fusion genannt. Die Anteile des Frankfurter Börsenbetreibers schlossen um 0,88 Prozent höher bei 54,93 Euro.

Am unteren Ende des Euro-Stoxx-50 schlossen Schneider Electric mit Abschlägen von 3,66 Prozent auf 117,0 Euro. Das Unternehmen erwägt eine Übernahme des Sicherheits-Spezialisten Tyco. Es wäre dies die bisher größte Akquisition der Firmengeschichte. Tyco hat allerdings eine schwierige Geschichte hinter sich. Wegen eines Bilanzskandals musste Tyco 2007 rund 3 Mrd. Dollar an Entschädigung an Aktionäre zahlen, der frühere Konzernchef Dennis Kozlowski verbüßt derzeit eine langjährige Freiheitsstrafe.

In einem Branchenvergleich notierten die Automobilpapiere am Ende der Kurstafel. Chinesische Absatzzahlen im Autosektor hatten Marktteilnehmern zufolge für eine eingetrübte Stimmung gesorgt. Im März war der Absatz zwar gestiegen, hatte aber klar an Dynamik verloren. Die Credit Suisse hat die europäischen Autoaktien zudem von "outperform" auf "benchmark" abgestuft. Im DAX rutschten Daimler um 2,67 Prozent auf 50,65 Euro ab und BMW verloren 2,46 Prozent auf 57,10 Euro.

Die Londoner Bankenwerte stießen zum Wochenauftakt auf rege Nachfrage. Eine von der Regierung bestellte Expertenkommission empfiehlt britischen Banken eine Kernkapitalquote von zehn Prozent. Die befürchtete Aufspaltung großer Banken wurde hingegen nicht angesprochen. Der Endbericht liegt im September vor, es obliegt dann allerdings der Regierung, ob sie den Empfehlungen folgt. Royal Bank of Scotland kletterten um 2,30 Prozent auf 44,43 Pence und Barclays schlossen um 2,76 Prozent fester bei 305,35 Pence.

Am Zürcher Börsenplatz rückten die Titel der Schulthess Group nach einem Übernahmeangebot in den Blickpunkt. Der schwedische Konzern Nibe bietet 60 Franken pro Schulthess-Titel oder insgesamt 638 Mio. Franken. Damit dürfte Nibe zum größten europäischen Anbieter von Wärmepumpen aufsteigen. Mit dem hohen Angebot haben sich die Schweden die Zustimmung der Konzernleitung und der Hauptaktionäre mit einem Anteil von 31 Prozent gesichert. Schulthess-Aktien kletterten an der Spitze des Schweizer SPI um 12,02 Prozent auf 59,2 Franken.

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            2.896,06     -  7,15       -0,25
 Frankfurt      DAX            7.204,86     - 12,16       -0,17
 London         FT-SE-100      6.053,44     -  2,30       -0,04
 Paris          CAC-40         4.038,70     - 23,21       -0,57
 Zürich         SPI            5.874,37     - 15,52       -0,26
 Mailand        FTSE MIB      22.365,93     - 23,22       -0,10
 Madrid         IBEX-35       10.878,30     - 34,90       -0,32
 Amsterdam      AEX              366,47     -  0,47       -0,13
 Brüssel        BEL-20         2.721,23     -  1,00       -0,04
 Stockholm      SX Gesamt        367,54     -  1,07       -0,29
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.974,58     - 10,08       -0,34