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Euro Stoxx 50

Europas Leitbörsen auf Erholungskurs

Die Lage hat sich nach dem Brexit-Votum nun deutlich entspannt.

Europas Leitbörsen sind am Mittwoch im Frühhandel weiter auf Erholungskurs geblieben. Bereits am Vortag hatten sie einheitlich klar im Plus geschlossen, nachdem am Freitag und am Montag die Entscheidung Großbritanniens für einen EU-Austritt noch für Kurseinbrüche gesorgt hatte.

Der Euro-Stoxx-50 stieg gegen 10.05 Uhr um 1,62 Prozent oder 44,81 Punkte auf 2.803,48 Einheiten. Der DAX in Frankfurt gewann 1,07 Prozent oder 101,38 Zähler auf 9.548,66 Punkte. In London legte der FTSE-100 um 1,61 Prozent oder 98,92 Einheiten auf 6.239,31 Punkte zu.

"Die Lage an den internationalen Finanzmärkten hat sich nach Tagen hoher Nervosität und Verunsicherung deutlich entspannt", kommentierte ein Händler. Nach den schweren Kursverlusten an den Aktienbörsen würden Anleger "attraktive Einstände zu Neuengagements" nützen. Dem Analysten Jochen Stanzl von CMC Markets zufolge sollten sich die Marktteilnehmer jedoch weiter auf schwankende Kurs einstellen: "Auch wenn die Panikverkäufe erst einmal aufgehört haben, die Volatilität bleibt auf einem hohen Niveau".

Unterstützung kam von guten Vorgaben aus den USA und New York. Außerdem hat sich die Verbraucherstimmung in Deutschland im Juli unerwartet aufgehellt. Analysten hatten eine Stagnation erwartet.

In Brüssel ist unterdessen ein informelles Treffen von 27 Staats-und Regierungschefs der EU angelaufen. Im Gegensatz zur Zusammenkunft am Vortag ist Großbritannien nun nicht mehr dabei. Beim Treffen soll es um die Zukunft der EU gehen, hat Ratspräsident Donald Tusk angekündigt. Bereits in der Nacht auf Mittwoch hatte die deutsche Bundeskanzler Angela Merkel bekräftigt, dass sie das Austrittsvotum für unumstößlich hält. "Ich sehe keinen Weg, das wieder umzukehren", sagte sie.

Im Euro-Stoxx-50 belegten wie auch schon am Vortag Bankaktien die Spitzenplätze. Zu den größten Gewinnern im Index gehörten am Vormittag Intesa Sanpaolo (plus 5,05 Prozent), UniCredit (plus 4,84 Prozent) und ING (plus 3,54 Prozent). Finanzwerte sind vom Brexit-Kursrutsch am stärksten betroffen gewesen.

Im FTSE-100 rutschten die Papiere des Touristikkonzerns TUI um 4,33 Prozent ab und Titel der Billig-Fluglinie Easyjet verloren 0,56 Prozent. Marktbeobachter verwiesen dazu auf den Terroranschlag am Atatürk-Flughafen in Istanbul.

Im Plus notierten hingegen Vodafone-Papiere, die um 2,20 Prozent stiegen. Der britische Mobilfunker erwägt nach dem Brexit-Votum die Verlegung seines Hauptsitzes weg aus Großbritannien. Es sei wichtig, weiterhin von der Freizügigkeit von Bürgern, Kapital und Gütern zu profitieren, schrieb das Unternehmen einem BBC-Bericht zufolge an mehrere Medien.