Europas Leitbörsen durchweg im Minus

Am Donnerstag

Europas Leitbörsen durchweg im Minus

Euro-Stoxx-50 verlor 30,01 Einheiten oder 0,94 Prozent auf 3.164,44 Zähler.

Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag nach einem bewegten Handelstag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 30,01 Einheiten oder 0,94 Prozent auf 3.164,44 Zähler.

Die heutige Fülle an Konjunkturdaten wurde von den Ereignissen in der Ukraine überschattet. Dort hatten nach Angaben von Präsident Petro Poroschenko russische Soldaten die Rebellen bei der Einnahme einer Stadt am Asowschen Meer unterstützt. "Ich habe einen Besuch in der Türkei abgesagt, (...) da eine Intervention russischer Streitkräfte in der Ukraine stattfand", war auf der Homepage des Staatsoberhauptes zu lesen. Auch ein Separatistenführer erwähnte russische Soldaten, die in ihrer Freizeit mit den Rebellen kämpfen würden. Russland dementierte erwartungsgemäß die Vorwürfe.

Von Konjunkturdatenseite bleibt der Deflationsdruck in der Eurozone aufrecht. Spaniens Preise sind im August um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gefallen, während sie in Deutschland gegenüber dem Vormonat stagnierten. Damit könnte sich die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen sehen mit geldpolitischen Lockerungen die Abwärtsspirale bei den Preisen zu stoppen. In den USA ist die Wirtschaft indessen im zweiten Quartal stärker gewachsen als bisher erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt stieg im zweiten Jahresviertel um 4,2 Prozent.


Unter den Einzelwerten rutschten Lufthansa 2,62 Prozent auf 13,36 Euro ab, nachdem die Verhandlungen mit ihren Piloten gescheitert waren. Auch bei den Gesprächen am heutigen Donnerstag sei keine Einigung im Tarifkonflikt erzielt worden, teilte die AUA-Mutter am Donnerstag mit. Zuvor hatte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit angekündigt, bei ergebnislosen Gesprächen würden die Piloten der Konzerntochter Germanwings am Freitagvormittag an allen deutschen Flughäfen streiken.

Bankaktien zählten auch zu den größeren Verlierern. UniCredit sackten am unter Ende des Euro-Stoxx-50 um 3,37 Prozent auf 5,885 Euro ab, Intesa Sanpaolo verbilligten sich 3,00 Prozent auf 2,262 Euro und Societe Generale büßten 2,10 Prozent auf 38,545 Euro ein.

Essilor zogen an der Spitze des Euro-Stoxx-50 um 4,25 Prozent auf 79,48 Euro an. Anleger reagierten damit besonders positiv auf die jüngsten Geschäftszahlen und Prognosen des Brillenglasherstellers. Das Unternehmen hatte seinen bereinigten Gewinn im ersten Halbjahr um 11 Prozent gesteigert und peilt nun für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von mehr als 13 Prozent an.

Um die brasilianische Internet-Tochter Global Village Telecom (GVT) des französischen Mischkonzerns Vivendi ist ein Bieterwettstreit entbrannt. Die Telecom Italia (plus 1,33 Prozent auf 0,874 Euro) legte am Donnerstagmorgen ein Angebot in Höhe von 7 Mrd. Euro vor. Kurz darauf erhöhte die spanische O2-Mutter Telefonica (minus 0,37 Prozent auf 12,09 Euro) ihr Angebot von 6,7 auf 7,45 Mrd. Euro. Vivendi-Aktien schlossen geringfügige 0,05 Prozent höher bei 20,20 Euro.