Europas Leitbörsen klettern weiter

Euro Stoxx 50

Europas Leitbörsen klettern weiter

Die Inflationserwartung und Einkaufsmanagerindizes im Euroraum enttäuschen.

Die europäischen Aktienmärkte konnten am Freitag im Verlauf ihre Gewinne leicht ausbauen. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 gewann 85,71 Einheiten oder 2,91 Prozent auf 3.029,63 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.15 Uhr mit 9.778,94 Punkten und plus 204,78 Einheiten oder 2,14 Prozent.

Der FTSE-100 der Börse London stieg um 139,10 Zähler oder 2,41 Prozent und steht nun bei 5.912,89 Stellen. Der Pariser CAC-40-Index schaffte es sogar seine Gewinne auf 3,36 Prozent auf 4.347,86 Einheiten auszubauen.

Zum einen beflügelten die sich befestigenden Ölpreise, Brent-Öl hält sich auch im Tagesverlauf deutlich über der 30-Dollar-Marke. Zum anderen sorgten Äußerungen des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, am Vortag für Hoffnungen auf weitere geldpolitische Lockerungen. Der infolge schwächere Euro unterstütze auch einige europäische Aktienwerte.

Markus Huber vom Wertpapierhändler City of London Markets meint, es bleibe jedoch abzuwarten, ob und wie lange reine Kommentare der EZB oder bestenfalls vage Aussichten auf weitere geldpolitische Lockerungen ausreichen, die Befürchtungen um eine Abschwächung der Weltkonjunktur zu verdrängen.

Auch die heutigen Konjunkturdaten fallen verhalten aus. So sind die Umsätze im britischen Einzelhandel im Dezember stark gesunken und gingen zum Vormonat um 1 Prozent zurück. Daneben sind die Inflationserwartungen im Euroraum weiter gefallen. 2016 dürften die Verbraucherpreise demnach um 0,7 Prozent steigen, nach bisher erwarteten 1,0 Prozent. Auch trübte sich die Unternehmensstimmung im Euroraum im Jänner von hohem Niveau aus überraschend stark ein.

Immerhin ist der öffentliche Schuldenstand sowohl in der EU als auch in der Eurozone im dritten Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal gesunken. In der gesamten Union ging er von 87,7 auf 86,0 Prozent zurück, in der Währungszone von 93,2 auf 91,6 Prozent.

Als Branchengewinner präsentierten sich die Öl- und Gaswerte. So schoben sich die in Paris notierten Aktien von Total mit plus 5,22 Prozent an die Spitze des Euro-Stoxx-50. Auch in London schoben sich die Aktien von Antofagasta und Royal Dutch Shell 5,25 Prozent beziehungsweise 6,43 Prozent vor. Die Papiere von Eni legten um 3,67 Prozent zu.

Einziger Verlierer im europäischen Leitindex kam aus der Technologiebranche. Der deutsche Software-Konzern SAP konnte die Anleger mit seinen Geschäftszahlen und seinem Ausblick letztlich nicht zum Kauf bewegen. Die Aktien fielen um 0,45 Prozent und dämpften damit allerdings größere Verluste vom Vormittag ein. Hingegen präsentierten sich Dialog Semiconductor mit 1,71 Prozent und ASML Holding mit 3,67 Prozent im Plus.