Europas Leitbörsen mit Kursverlusten

Sorgen um politische Lage

Europas Leitbörsen mit Kursverlusten

Euro-Stoxx-50 verlor 3,65 Einheiten oder 0,12% auf 2.919,34 Zählern.

Die europäischen Leitbörsen sind am Freitag mit etwas schwächeren Notierungen aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 schloss um 3,65 Einheiten oder 0,12 Prozent leichter bei 2.919,34 Zählern. Belastet wurde die Stimmung von Sorgen um die politische Situation in Italien sowie um den US-Haushaltsstreit.

Inmitten von Spekulationen um einen Bruch der italienischen Regierungskoalition hat das Land zum Wochenausklang mit der Platzierung neuer Staatsanleihen zwar 6 Mrd. Euro eingenommen, musste jedoch etwas höhere Zinsen dafür in Kauf nehmen als zuletzt. Die Emission galt als Nagelprobe, wie die Finanzmärkte auf die Koalitionskrise reagieren. Auslöser der Unsicherheiten rund um die politische Lage Italiens war die wiederholte Drohung der Mitte-Rechts-Partei PDL des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, die Koalition mit Regierungschef Enrico Letta platzen zu lassen.

Auf beiden Seiten des Atlantiks sorgte daneben der anhaltende US-Budgetstreit für Zurückhaltung unter den Anlegern. Der weltgrößten Volkswirtschaft droht die Zahlungsunfähigkeit, sollten sich Demokraten und Republikaner im Kongress nicht bis zum 1. Oktober, dem Ende des Haushaltsjahres 2013, auf ein provisorisches Budget einigen können.

Unternehmensseitig blieb die Nachrichtenlage zum Wochenschluss eher ruhig. An die Spitze des Euro-Stoxx-50 setzten sich Deutsche Post mit plus 2,28 Prozent auf 24,66 Euro. Die Analysten von Goldman Sachs haben zuvor ihr Kursziel für die Titel von 22,50 auf 28,50 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen.

Vestas zogen um 4,51 Prozent auf 139,10 dänische Kronen an, zwischenzeitlich sprangen die Aktien um mehr als zehn Prozent nach oben. Der verlustreiche dänische Windkraftanlagenbauer holt sich für das Geschäft mit Offshore-Windenergie Hilfe und frisches Geld aus Japan. Vestas gründet zusammen mit Mitsubishi Heavy Industries ein Gemeinschaftsunternehmen für Entwicklung, Bau und Verkauf von Windkraftanlagen auf dem offenen Meer. Vestas steckt Entwicklungskompetenz, rund 300 Mitarbeiter sowie bestehende Liefer-und Serviceaufträge in das Joint Venture. Mitsubishi schießt je nach Verlauf bis zu 300 Mio. Euro zu.

Die Titel von Vallourec brachen indessen am Ende des CAC 40 um 8,20 Prozent auf 45,28 Euro ein. Wie das Stahlunternehmen mitgeteilt hatte, könnten die sich verlangsamende Nachfrage aus Brasilien sowie der schwache brasilianische Real den Gewinn belasten.

Air France-KLM
verloren 1,55 Prozent auf 7,225 Euro. Die Airline, welche einen 25-prozentigen Anteil an der italienischen Alitalia hält, wird sich nicht an der Kapitalerhöhung um mindestens 100 Mio. Euro beteiligen, mit der sich die angeschlagene italienische Fluggesellschaft eine lebenswichtige Finanzspritze beschaffen will.