Europas Leitbörsen schließen auf Wochentief

Freitag

Europas Leitbörsen schließen auf Wochentief

Schwache Konjunkturdaten aus den USA belasten zum Nachmittag.

Nachdem die Berichtssaison Freitagvormittag für Auftrieb an den europäischen Leitbörsen sorgte, belasteten enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA im Verlauf und sorgten für Verluste. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 34,64 Einheiten oder 0,95 Prozent auf 3.600,00 Zähler und fuhr damit ein Wochenminus von 2,38 Prozent ein.

Obwohl im Frühhandel die überraschend schwachen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und Frankreich etwas belasteten, hielten sich europäischen Leitbörsen im grünen Bereich. Auch der Einkaufsmanagerindex für den gesamten Euroraum hat sich unerwartet deutlich eingetrübt. Im Verlauf drehte der Euro-Stoxx-50 wieder in den roten Bereich. Die überraschend schwachen Zahlen der US-Neubauverkäufen dürften den Abwärtstrend ordentlich befeuert haben.

Kommende Woche rückt die Sitzung der US-Notenbank (Fed) in den Fokus der Anleger. Zwar dürften die Währungshüter den Leitzins am Mittwoch noch einmal unverändert lassen. Im September aber wird von den meisten Marktteilnehmern ein Handeln erwartet.

Während die Berichtssaison im Verlauf mit einigen Höhepunkten noch für Kursauftrieb sorgte, dürften Gewinnmitnahmen zum späten Nachmittag wieder belastet haben. So drehten Danone im französischen CAC 40 zum Handelsschluss um 0,51 Prozent in Minus. Der Joghurt-Hersteller konnte im ersten Halbjahr seinen wichtigsten Rohstoff Milch günstiger einkaufen und dies in einen höheren operativen Gewinn ummünzen. Auch gibt der Lebensmittelkonzern seine Bemühungen zur Wiederbelebung der Babymilch-Sparte in China auf.

Zwar stiegen die Aktien von Nokia 0,65 Prozent, gaben aber ebenfalls etwas von ihren Tagesgewinnen wieder ab. Der finnische Konzern erhielt von der EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme von Alcatel-Lucent. Der Telekom-Ausrüster will mit dem 15,6 Mrd. Euro schweren Deal zur weltweiten Nummer eins aufsteigen.

Fast so hoch flogen ebenfalls die Titel von Air-France-KLM mit 0,59 Prozent Plus. Die Fluggesellschaft verschärft nach einem enttäuschenden zweiten Quartal ihren Sparkurs. Konzernchef Alexandre de Juniac will unrentable Flüge streichen und das Flugangebot im Winter kappen.

Den Aktien von Puma konnte der allgemeine Abwärtstrend nichts anhaben - sie legten satte 4,90 Prozent zu, obwohl der mitten im Umbau steckende Sportartikelhersteller im zweiten Quartal mit 3,3 Mio. Euro in die roten Zahlen gerutscht ist. Allerdings hatten Experten Schlimmeres befürchtet.

Hingegen gaben die italienischen Aktien von Unicredit um 1,12 Prozent ab. Die Bank-Austria-Mutter überlegt eine Umstrukturierung und eine organisatorische Vereinfachung. UniCredit reagierte damit auf einen Bericht der Mailänder Wirtschaftszeitung "Sole 24 Ore", demnach sich Generaldirektor Roberto Nicastro nach 18 Jahren von der Bank trennen wolle.