Europas Leitbörsen schließen im Minus

Konjunktursorgen belasten

Europas Leitbörsen schließen im Minus

Finanzwerte rutschten am Freitag mehrheitlich ins Minus.

Belastet durch die zunehmenden Sorgen um die Entwicklung der globalen Wirtschaft sind die europäischen Leitbörsen am Freitag einheitlich im roten Bereich aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 schwächte sich um 32,78 Einheiten oder 1,48 % auf 2.179,66 Zähler ab.

Schwache Daten zur chinesischen Wirtschaft ließen die Aktienmärkte Europas bereits mit einem klaren Minus in den Handelstag starten. Im September ist die Industrie der Volksrepublik bereits den dritten Monat in Folge geschrumpft. Zudem wird am Markt befürchtet, dass der am Samstag zur Veröffentlichung anstehende Einkaufsmanagerindex aus dem verarbeitenden Gewerbe in China ein weiteres Indiz für eine schwächelnde Weltwirtschaft liefern könnte.

Wenig erfreulich für die Anleger fielen auch die jüngsten Inflationsdaten aus dem Euroraum aus. Im September stieg die Teuerungsrate deutlich an und betrug 3,0 % nach 2,5 % im August. Laut Marktteilnehmern hätten die Daten den Spekulationen um eine Leitzinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) einen klaren Dämpfer versetzt, hieß es.

Am Nachmittag standen der Chicago-Einkaufsmanagerindex für September sowie der Konsumklimaindex der Universität Michigan auf der Agenda. Der Chicago-Einkaufsmanagerindex fiel besser aus als erwartet, dieser ist überraschend im September von 56,5 Punkten im Vormonat auf 60,4 Punkte gestiegen. Im Vorfeld hatten Analysten im Schnitt mit einem leichten Rückgang des Index auf 55 Einheiten gerechnet. Auch der Konsumklimaindex der Universität Michigan fiel besser aus als Experten geschätzt hatten. Dennoch konnten die US-Daten die Stimmung an den internationalen Märkten nicht merklich aufhellen.

Im Hinblick auf die Fortschritte in der europäischen Schuldenkrise rückten einmal mehr Bankenwerte in den Fokus. Die Zahl der Mitgliedsländer, welche die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF gebilligt haben, ist mit Zypern und Estland auf 12 von 17 gestiegen. Einzig Banco Santander (plus 0,61 %) und Banco Bilbao (plus 0,01 %) konnten die Sitzung besser als der Markttrend beenden, alle übrigen Bankenwerte schlossen deutlich schwächer.

Unter den größten Verlierern im Euro-Stoxx-50 fanden sich dementsprechend Deutsche Bank (minus 6,83 % auf 26,32 Euro), ING Groep (minus 7,09 % auf 5,333 Euro) sowie Societe Generale (minus 5,12 % auf 20,00 Euro). Für letztere haben die Analysten der Schweizer Großbank UBS ihre Empfehlung auf "Neutral" reduziert, hieß es aus Marktkreisen.

Weiters kamen zu Wochenschluss Autowerte massiv unter die Räder. BMW verloren 5,28 % auf 49,965 Euro und Volkswagen schlossen mit einem Abschlag von 5,88 % auf 100,05 Euro. Laut Händlern hätte die mögliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums in China Druck auf den Sektor ausgeübt. Auch Daimler sackten um 3,43 % auf 33,63 Euro ab. Wie heute bekanntgeworden ist, bläst das Unternehmen mit einer neuen Generation des Schwerlastwagens Actros zum Angriff. In diese hat Daimler rund zwei Mrd. Euro investiert, hieß es.