EuroStoxx/Frankfurter Börse

Handelsschluss

Europas Leitbörsen schließen im Minus

Spaniens Rezession und schwache US-Konjunkturdaten belasten.

Die europäischen Leitbörsen sind am Montag in einem schwächelnden internationalen Börsenumfeld mehrheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 37,59 Einheiten oder 1,60 Prozent auf 2.306,43 Zähler. Bereits am Vormittag belastete laut Marktkreisen der erhöhte Druck auf das krisengebeutelte Spanien.

Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hatte die Kreditwürdigkeit einiger spanischer Banken herabgestuft. Zudem bestätigte das staatliche Statistik-Institut (INE), dass die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone zu Jahresbeginn offiziell in die Rezession gerutscht ist. Im Verlauf belasteten auch schwache US-Konjunkturdaten, die Ausgaben der privaten Haushalte im März sowie der überraschend schwache Einkaufsmanager-Index der Region Chicago für April, hieß es.

Ein Sektorenvergleich im breiter gefasste Euro-Stoxx wies für die Chemiebranche mit minus 2,91 Prozent die höchsten Abgaben des Handelstages aus. Mit einem Abschlag von 0,52 Prozent lag die Pharmaindustrie hingegen am besten im schwachen Umfeld.

Am Indexende des Euro-Stoxx-50 fanden sich heute die Titel des Chemiekonzerns BASF, die mit einem Dividendenabschlag von 2,50 Euro gehandelt wurden. Die Titel sanken um 4,69 Prozent auf 62,19 Euro. Hingegen waren Volkswagen der einzige Gewinner im Index, die Aktie legte 0,88 Prozent auf 143,10 Euro zu.

Adidas rückten 5,32 Prozent auf 63,00 Euro vor. Nach einem Rekordjahr 2011 ist auch das erste Quartal 2012 derart gut gelaufen, dass der Sportartikelhersteller gleich seine Prognose für das Gesamtjahr angehoben hat. Der währungsbereinigte Umsatz soll nun um fast 10, der Gewinn gar um 12 bis 17 Prozent steigen. Adidas profitiert dabei auch von der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine, die am 8. Juni angepfiffen wird. Die Debatte um die Menschenrechtslage in der Ukraine ändert daran aus Sicht des Unternehmens nichts.

Anheuser-Busch Inbev sanken 1,18 Prozent auf 54,45 Euro. Der weltgrößte Brauereikonzern hatte im ersten Quartal zwar vor allem dank weiter gut laufender Geschäfte in Wachstumsmärkten mehr verdient, beim Gewinn aber die Erwartungen der Analysten leicht verfehlt.  Dieser kletterte nach Minderheitsanteilen im ersten Quartal von 964 Mio. im Vorjahr auf 1,69 Mrd. US-Dollar.

Wie eingangs erwähnt hat die Ratingagentur S&P die Einstufung für einige spanische Banken gesenkt. Die Bonitätsnoten für die beiden Großbanken BBVA und Santander wurden dabei wie für das Land Spanien selbst um zwei Stufen reduziert. Santanders langfristige Schulden werden jetzt mit der Note "A-" und damit etwas besser als die Verbindlichkeiten Spaniens eingestuft. BBVA habe jetzt mit "BBB+" die gleiche Bewertung wie Spanien. Santander gaben 2,48 Prozent auf 4,72 Euro ab, BBVA fielen 2,17 Prozent auf 5,11 Euro.

Unter dem Druck anhaltend schlechter Geschäfte hat der strauchelnde Handyhersteller Nokia den Verkauf seiner britischen Luxussparte Vertu in die Wege geleitet. Der Konzern führe Gespräche darüber, sagte eine mit der Unternehmensstrategie vertraute Person. Einem Zeitungsbericht zufolge ist die Beteiligungsgesellschaft Permira an Vertu interessiert, das die teuersten Mobilfunkgeräte der Welt von Hand herstellen. Nokia hofft auf einen Verkaufserlös von etwa 200 Mio. Euro, die Aktie verbilligte sich 1,02 Prozent auf 2,71 Euro.