Frankfurter Börse

Leitbörsen im Plus

Europa zu Handelsschluss sehr fest

Die europäischen Leitbörsen schlossen deutlich in der Gewinnzone.

Der Euro-Stoxx-50 stieg um 51,61 Einheiten oder 2,27 Prozent auf 2.320,80 Zähler. Hoffnungen auf eine Lösung der Euro-Schuldenkrise hatten zu Wochenbeginn die internationalen Aktienmärkte beflügelt, berichteten Börsianer.

Die Ankündigung der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy bezüglich eines Gesamtpakets zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise und zur Stützung von Europas Banken hatte an den Börsen deutlich für Entspannung gesorgt. Händler zeigten sich diesbezüglich skeptisch. Die Reaktion erschiene manchen letztendlich etwas zu optimistisch, hieß es. Der Aufschub des für Montag und Dienstag kommender Woche geplanten EU-Gipfels vermochte die Stimmung an den Börsen im Verlauf nicht zu trüben. Der EU-Herbstgipfel wurde jüngst auf den 23. Oktober verschoben. Es werde mehr Zeit für Vorbereitungen benötigt, begründete der einladende EU-Gipfelchef Van Rompuy die Entscheidung.

Neben Gewinnmitnahmen dürften aber auch Pressemitteilungen über angeblich geplante Kapitalerhöhungen der französischen Banken Societe Generale und BNP Paribas für gedämpfte Anstiege gesorgt haben, vermuteten Marktbeobachter. Die Verstaatlichung der französisch-belgischen Bank Dexia war demgegenüber vom Markt positiv aufgenommen worden, hieß es. Die Papiere des Finanzkonzerns wurden am Montagnachmittag wieder in den Handel aufgenommen und verabschiedeten sich lediglich mit einem Verlust von 4,73 Prozent auf 0,805 Euro aus dem Handel. Societe Generale schlossen mit einem leichten Plus von 1,19 Prozent auf 20,755 und BNP Paribas mit 2,96 Prozent auf 32,485 Euro.

UniCredit sprangen satte 12,21 Prozent auf 0,965 Euro und setzten sich damit an die Spitze des Euro-Stoxx-50. Intesa SanPaolo gewannen 5,72 Prozent auf 1,35 Euro. In London stiegen Royal Bank of Scotland deutliche 4,19 Prozent auf 24,61 Pence und Lloyds drei Prozent auf 35,70 Pence.

Experten schrieben das insgesamt positive Bild darüber hinaus den jüngsten Konjunkturdaten zu. Überraschend gute Zahlen zur Industrieproduktion aus Italien und Frankreich hätten für Auftrieb gesorgt. In Deutschland haben die Exporte im August wieder zugelegt. Volkswirte rechnen angesichts der Zahlen mit einem "soliden" Wirtschaftswachstum in Deutschland für das dritte Quartal.

Innerhalb des DAX sprangen Infineon 5,35 Prozent auf 6,043 Euro nach oben. Die Experten von JPMorgan haben ihre Einstufung "Overweight" bestätigt. Metro-Papiere rutschten unterdessen ans untere Ende des deutschen Leitindex. Die Titel schlossen mit einem Verlust von 3,20 Prozent auf 32,175 Euro. Vorstandschef Eckhard Cordes hat nach wochenlangem Machtkampf seinen Posten aufgegeben. MAN Papiere zeigten sich im Verlauf erholt und gingen mit einem leichten Plus von 1,30 Prozent auf 57,78 Euro aus dem Handel. Negative Nachrichten von Scania hätten die Werte geschwächt, hieß es. Eigenen Angaben zufolge, spüre die schwedische VW-Tochter eine nachlassende Nachfrage und drossle infolge die Produktion. Darüber hinaus lasteten negative Analystenstimmen auf den Titeln. Die Experten der Societe Generale hatten das Ziel für die Scania-Aktie gesenkt. Das Anlagevotum "Hold" ließen sie allerdings unverändert.

Adidas gewannen 3,65 Prozent auf 49,265 Euro. Der Sportartikelkonzern will bis 2013 in Russland und anderen früheren Sowjetrepubliken über eine Milliarde Umsatz machen, hieß es. France Telecom stiegen 1,68 Prozent auf 12,99 Euro. Trotz der Unsicherheit an den Finanzmärkten treibt der französische Telekommunikationskonzern den Verkauf seiner Mobiltelefon-Tochter Orange Schweiz voran. Telecom Italia-Titel gewannen 1,74 Prozent auf 0,877 Euro. Titel der Deutschen Telekom erhöhten sich um 3,26 Prozent auf 9,366 Euro.

Die Autoindustrie wird unterdessen von massiv gestiegenen Preisen für Seltene Erden belastet, zeigen aktuelle Studien. Renault notierten dennoch mit einem satten Aufschlag von 4,66 Prozent auf 26,855 Euro, BMW und Daimler schlossen mit einem Plus von 4,13 Prozent bzw. 4,09 Prozent auf 52,99 Euro und 35,37 Euro.

An der Londoner Börse verzeichneten Tesco ein Plus von 1,16 Prozent auf 410,05 Pence. Die Analysten von ING hatten hier das Kursziel nach unten geschraubt. Das Schwergewicht Antofagasta erholte sich im Verlauf und ging mit einem Aufschlag von 2,92 Prozent auf 1.094 Pence aus dem Handel.

Börse          Index          Schluss       Diff (P)    Diff (%)
 Wien           ATX            1.975,32     -  22,85       -1,14
 Frankfurt      DAX            5.847,29     + 171,59       +3,02
 London         FT-SE-100      5.399,00     +  95,6        +1,80
 Paris          CAC-40         3.161,47     +  65,91       +2,13
 Zürich         SPI            5.169,36     +  58,41       +1,14
 Mailand        FTSE MIB      16.098,16     + 569,16       +3,67
 Madrid         IBEX-35        8.892,40     +  94,00       +1,07
 Amsterdam      AEX              293,34     +   5,03       +1,74
 Brüssel        BEL-20         2.179,74     +  33,32       +1,55
 Stockholm      SX Gesamt        948,29     +  30,01       +3,27
 Europa         Euro-Stoxx-50  2.320,80     +  51,61       +2,27