Wall-Street im Visier der Politik

US-Börsen dürften mit Gewinnen starten

Angetrieben von Schnäppchenjägern dürften die US-Börsen am Mittwoch an ihren am Vorabend begonnenen Erholungskurs anknüpfen. Gegen 15 Uhr stieg der Future auf den Dow Jones Industrial um 0,58 %.

Am Dienstag war der US-Leitindex 0,23 % leichter aus dem Handel gegangen, konnte aber seine anfänglichen Verluste im Handelsverlauf deutlich eingrenzen. Der Future auf den Nasdaq-100-Index deutet ebenfalls auf einen höheren Start hin und lag zuletzt mit 0,65 % im Plus. Der von Technologiewerten geprägte Auswahlindex konnte sich am Vortag gar mit 0,02 % ins Plus vorarbeiten.

Händler verwiesen vornehmlich darauf, dass der Dow Jones am Dienstagabend wieder die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten genommen habe und damit ein Zeichen setze, "dass sich die Korrektur allmählich ihrem Ende annähern könnte".

Auch europäische Kollegen hielten den Abverkauf der letzten Tage für übertrieben und sagten, dass einige kurzfristig orientierte Spekulanten mit dem robusten Ausklang an der Wall Street auf dem falschen Fuß erwischt worden seien. Die Aktien in Europa verbuchten daraufhin deutliche Kursgewinne. Zudem sorgten überraschend stark angestiegene Auftragseingänge für langlebige Güter am Mittag für steigende Zuversicht, dass sich die US-Wirtschaft weiterhin auf einem guten Weg befindet.

Im Bankensektor sorgte eine Reise von US-Finanzminister Timothy Geithner für Aufsehen. Dieser hatte sich am Mittwoch auf den Weg nach Deutschland gemacht, um mit EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Lage an den Finanzmärkten zu erörtern. Tags darauf ist ein Treffen mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geplant, mit dem er eine weltweit koordinierte Regulierung besprechen will.

Banken standen auch deshalb wieder im vorbörslichen Blickfeld: Am deutlichsten ging es für die zuletzt stark gefallenen Papiere der Citigroup nach oben. Diese gewannen 4,3 % auf 3,78 US-Dollar. Bank of America legten 1,96 % zu und auch JPMorgan und Goldman Sachs lagen im Plus.

Der Generikahersteller Mylan hat in den USA die Freigabe für eine Kopie des Herpes-Medikaments Valtrex erhalten. Die Papiere gewannen vorbörslich 2,99 % auf 19,74 Dollar.

Aktien des Aluminiumkonzerns Alcoa wurden von der australischen Bank MacQuarie hochgestuft und vorbörslich 2,42 % höher bei 11,3 Dollar gehandelt. Stark von guten Quartalszahlen profitieren konnten die Papiere von Solarfun, die vorbörslich um über 10 % in die Höhe schnellten. Der Solarzellenhersteller hatte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn deutlich über den Erwartungen gelegen.