Verluste an der Wall Street

US-Börsen

Verluste an der Wall Street

Trotz positiver Zahlen zu Konsumentenlaune und Neubauverkäufen.

Gewinnmitnahmen und Sorgen wegen der Irak-Krise haben der Wall Street am Dienstag Verluste beschert. Der Dow Jones verlor 119,13 Einheiten oder 0,70 Prozent auf 16.818,13 Zähler. Der S&P-500 Index gab 12,63 Punkte (minus 0,64 Prozent) auf 1.949,98 Zähler ab. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index ermäßigte sich um 18,32 Einheiten oder 0,42 Prozent auf 4.350,36 Zähler.

Somit schlossen die New Yorker Indizes einhellig tiefer, obwohl sie zwischenzeitlich ins Plus gedreht hatten. Grund dafür waren überraschend positive Konjunkturdaten. So verbesserte sich die Konsumentenstimmung in den USA im Juni auf das höchste Ergebnis seit Jänner 2008, die Neubauverkäufe schnellten im Mai ebenso auf ein Sechsjahreshoch. Zudem war bei den Verkäufen neuer Eigenheime das größte Monatsplus seit 1992 zu verbuchen. Dass die Wall Street bis Handelsschluss dennoch klar ins Minus drehte, konnten Marktteilnehmer nicht eindeutig begründen. Sie verwiesen auf Gewinnmitnahmen und einen Angriff syrischer Kampfjets im Westirak als Belastungsgründe.

Unter den Einzelwerten rückten Aktien aus dem IT-Sektor in den Fokus der Anleger. Denn der Branchenriese Microsoft will sich die Markthoheit bei vielgenutzten Cloud-Diensten sichern. Microsofts neuer Chef Satya Nadella senkt die Preise für Online-Speicher und räumt den Nutzern zugleich mehr Platz auf den Servern des Konzerns ein.

Der Ausblick eines Preiskampfs ließ Microsoft-Aktien um 0,58 Prozent schwächer notieren, auch die Papiere der betroffenen Rivalen Apple (minus 0,61 Prozent), Amazon (minus 0,94 Prozent) und Google (minus 0,30 Prozent) verbilligten sich. Für die Google-Anteilsscheine wurde zudem in einer Studie der Deutschen Bank deren Kaufempfehlung bestätigt und sie als "Top Pick" eingestuft. Auch Facebook wurden in diese Auswahl aufgenommen und legten 0,54 Prozent auf 65,72 Dollar zu.

Einen riesigen Kurssprung von gut 40 Prozent auf 93,53 Dollar legten die Aktien von Vertex Pharmaceuticals hin. Die Pharmafirma hatte positive Neuigkeiten zum Medikament Kalydeco, das zur Behandlung der zystischen Fibrose (Mukoviszidose) dient, bekanntgegeben.

Monsanto verbilligten sich um 1,20 Prozent. Der Saatguthersteller soll laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg Interesse am Schweizer Agrokonzern Syngenta haben. Allerdings seien Verhandlungen abgebrochen worden, hieß es.

Die US-Notenbank Fed gewährt vier Banken mehr Zeit zur Einreichung neuer Kapitalpläne. Die Frist wird bis zum 5. Jänner 2015 verlängert, teilte die Fed mit. Eigentlich hätten Citigroup, HSBC North America, RBS Citizens und Santander Holdings USA die Pläne bereits am 26. Juni abgeben sollen. Die Kreditinstitute bekämen damit die Möglichkeit, Schwächen in ihren Auszahlungsplänen zu beheben. Citigroup verloren dennoch 0,52 Prozent auf 47,81 Dollar.