Dow Jones / NYSE

Dow Jones

US-Börsen: Verluste an der Wall Street

Schlechte Konsumentenlaune, Sorgen um China und fallende Ölpreise belasten.

Erneut fallende Ölpreise und überraschend schlecht gestimmte Konsumenten in den USA haben die New Yorker Aktienmärkte am Dienstag klar im Minus schließen lassen. Der Dow Jones verlor 188,88 Einheiten oder 1,14 Prozent auf 16.431,78 Zähler.

Der 500 ausgewählte US-Unternehmen fassende S&P-500 Index fiel um 24,23 Punkte (minus 1,25 Prozent) auf 1.921,27 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq Composite Index büßte 67,02 Einheiten oder 1,47 Prozent auf 4.503,58 Zähler ein..

Vor allem der Energiesektor musste an der Wall Street deutliche Verluste hinnehmen, nachdem der saudische Ölminister Ali Al-Naimi einer Kürzung der Ölproduktion öffentlich erneut eine Absage erteilt hatte. Dass man damit Preisdumping zum Verdrängen der US-Schieferölindustrie betreibe, bestritt Al-Naimi bei einer Konferenz im texanischen Houston.

Infolge knickte der Preis für Futures der US-Ölsorte WTI um 4,27 Prozent auf 31,83 Dollar ein. Auch die Ölwerte an der Wall Street verbilligten sich deutlich, so fielen Chevron um 4,40 Prozent, ExxonMobil um 1,41 Prozent, Total um 3,57 Prozent und Schlumberger um 3,08 Prozent.

Zudem rückten Sorgen um den Zustand der chinesischen Wirtschaft wieder stärker in den Vordergrund, nachdem Chinas Notenbank die Landeswährung Yuan so stark abgewertet hatte wie seit sechs Wochen nicht mehr.

Auch enttäuschende US-Konjunkturdaten wurden bekannt: Denn die Konsumenten in den USA sind deutlich pessimistischer, als erwartet. Das Verbrauchervertrauen fiel im Februar in den USA von 97,8 Punkten im Jänner auf 92,2 Zähler. Analysten hatten mit 97,0 Punkten gerechnet. Damit hält das US-Verbrauchervertrauen auf seinem tiefsten Niveau seit Juli.

Ein Analyst wertet den deutlichen Knick beim Konsumentenvertrauen insbesondere ob der stark gefallenen Ölpreise als "echte Überraschung." Würden die Spritpreise jedoch derart niedrig bleiben, sei es nur eine Frage der Zeit, bis die US-Verbraucher wieder ihre Kauflust entdecken, hieß es weiter.

Vor Handelsbeginn veröffentlichte Daten vom Immobilienmarkt brachten ebenfalls keine Unterstützung: Im Dezember sind die Preise am US-Häusermarkt etwas schwächer gestiegen als erwartet, wie der S&P/Case-Shiller-Index zeigte. Gegenüber dem Vormonat erhöhten sich die Preise in den zwanzig größten Ballungsgebieten um 0,80 Prozent, Ökonomen hatten einen etwas stärkeren Anstieg um 0,85 Prozent erwartet.

Deutlichster der lediglich drei Kursgewinner im Dow Jones waren Home Depot mit plus 1,36 Prozent. Der Umsatz der weltgrößten Baumarktkette kletterte im vierten Quartal um fast 10 Prozent auf rund 21 Mrd. Dollar. Das Unternehmen profitierte von anziehenden Hausverkäufen in den USA.

Am unteren Indexende fanden sich neben Ölwerten auch die Aktien der Banken Goldman Sachs (minus 2,59 Prozent) und JPMorgan (minus 4,20 Prozent). Die Probleme der Ölbranche treffen die US-Großbank JPMorgan stärker als bisher gedacht. Für potenziell faule Kredite im ersten Quartal 2016 wird das Institut zusätzlich 500 Mio. Dollar zurücklegen. Zudem hatte das Geldhaus bei einem Investorentreffen bekundet, dass die Einnahmen im Investmentbanking im ersten Quartal um 25 niedriger sind, als im Vorjahresquartal.

Außerdem gerieten die Anteilsscheine von Fitbit gehörig unter Druck: Sie brachen um über 20 Prozent ein, nachdem der Fitnesskonzern mit seinem Ausblick die Anleger enttäuscht hatte. Das Unternehmen aus San Francisco gab bekannt, dass die Kosten für die Markteinführung von zwei neuen Geräten im laufenden Quartal den Gewinn drücken würden.