Ein milliardenschwerer Anspruch auf Zoll-Rückerstattungen hat dem US-Autobauer Ford zu einem überraschend starken Jahresauftakt verholfen und ihn zu einer Anhebung seiner Prognose bewogen.
Der Konzern aus Michigan rechnet im laufenden Jahr nun mit einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebit) zwischen 8,5 und 10,5 Milliarden Dollar, wie er am Mittwoch mitteilte. Ford hatte 8,0 bis 10,0 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.
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Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen einen Nettogewinn von 2,5 Milliarden Dollar (2,14 Milliarden Euro) bei einem Umsatz von 43,3 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 66 Cent weit über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 19 Cent gerechnet hatten.
Oberster Gerichtshof kippte einige Zölle
Hintergrund des Gewinnsprungs ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA vom Februar, das einige Zölle aus der Amtszeit von Präsident Donald Trump kippte. Dies bescherte Ford eine Entlastung von 1,3 Milliarden Dollar, die im ersten Quartal als Buchgewinn erfasst wurde. Die Ford-Aktie legte im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent zu.
Ford hob den Ausblick jedoch nicht im vollen Umfang der Rückerstattung an, da der Konzern mit höheren Materialkosten konfrontiert ist. Das Unternehmen hat insbesondere mit Engpässen bei der Beschaffung von Aluminium für seinen lukrativen Pick-up F-150 zu kämpfen, nachdem es beim wichtigen US-Zulieferer Novelis im Jahr 2025 zu zwei Großbränden gekommen war. Daten des Analysehauses Catalyst IQ zufolge fielen die Lagerbestände des F-150 im April im Jahresvergleich um 38 Prozent. Die Produktion der F-Serie dürfte im ersten Quartal um zwölf Prozent gesunken sein, erklärte JPMorgan-Analyst Ryan Brinkman unter Berufung auf Zahlen von S&P Global Mobility. Der F-150 ist seit mehr als 40 Jahren das meistverkaufte Fahrzeug in den USA.