Verstöße gegen Arbeitsrecht im Weihnachtsgeschäft

AK kritisiert Pseudo-Schnuppertage am 8. Dezember

Die Arbeiterkammer Niederösterreich rät Jobsuchenden zu Vorsicht: Sie könnten über den Tisch gezogen werden.

Die niederösterreichische Arbeiterkammer kritisiert die von Handelsunternehmen angebotenen "Schnuppertage". Diese hätten sich im Weihnachtsgeschäft mitunter als voller Arbeitstag ohne Bezahlung entpuppt. Aktueller Anlass für die Warnung seien zahlreiche, der AKNÖ gemeldete Verstöße gegen das Arbeitsrecht am verkaufsoffenen 8. Dezember.

Volle Leistung - kein Geld

So habe ein Textildiskonter von Arbeitssuchenden verlangt, den Schnuppertag am Feiertag zu absolvieren. In einem anderen Fall sei einer Arbeitslosen nach einem "Schnuppertag von 9.00 bis 17.30 Uhr" mitgeteilt worden, man müsse es sich noch überlegen. Dann habe sich das Unternehmen nicht mehr gemeldet.

Not der Arbeitsuchenden ausgenützt

AKNÖ-Präsident Hermann Haneder bekrittelt, dass "die Not von Arbeitsuchenden ausgenützt wird, um an gewissen Tagen sogar gratis Personal zu bekommen." Die AKNÖ werde sich jeden Fall genau ansehen und - wenn nötig - auch den Weg zum Gericht nicht scheuen. Es sei zu befürchten, dass auch im Nach-Weihnachtsgeschäft die "schwarzen Schafe" unter den Handelsunternehmen Arbeitsuchende zu Gratis-Schnuppertagen überreden werden.

Betont wurde, dass ein Schnuppertag, der zum Kennenlernen der Firma dienen sollte, noch kein Arbeitsverhältnis begründe. Es gebe daher auch keine Verpflichtung, mitanzupacken.