Alpine: Größte Pleite aller Zeiten

2,6 Mrd. € Schulden

Alpine: Größte Pleite aller Zeiten

6.500 zittern um Jobs - Krisenstab in Regierung.  

Die Hiobsbotschaft traf 6.500 Arbeitnehmer wie der Blitz: Nach monatelangem Zittern um die wankende Alpine brach der Bauriese zusammen, der Salzburger Konzern musste am Mittwoch Konkurs anmelden. Die Mega-Pleite übertrifft alles bisher Dagewesene: In den Büchern stehen Passiva von 2,6 Milliarden Euro! Die Republik Österreich hängt mit Haftungen von 150 Mio. Euro in der Pleite drinnen.

Steuerzahler haften mit 150 Millionen Euro
Die Mitarbeiter klammern sich jetzt an den letzten Strohhalm und hoffen auf den Fortbestand der Alpine. „Es herrscht Nervosität. Keiner weiß, wer gehen muss und wer bleiben kann“, sagt eine Mitarbeiterin in der Firmenzentrale Wals-Siezenheim.

In einem eiligst einberufenen Krisentreffen sagte SP-Sozialminister Hundstorfer den Betroffenen jede Unterstützung zu: 4.905 Mitarbeiter in Österreich sind direkt von der Pleite betroffen, das AMS will Arbeitsstiftungen einrichten.

Einspringen will der Baukonzern Porr: Dort kann man sich vorstellen, bis zu 4.500 Mitarbeiter von der Alpine zu übernehmen.

Die spektakulärsten Pleiten der Republik

  • Alpine. Der Schaden bei der Alpine beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf bis zu 2,6 Milliarden Euro. „Es ist vorstellbar, dass dies die größte Insolvenz der Nachkriegsgeschichte wird“, heißt es beim österreichischen Kreditschutzverband (KSV).
  • Konsum. Den bislang größten Konkurs in Österreich legte die Konsum-Firmengruppe im Jahr 1995 hin – mit Schulden in Höhe von rund 1,9 Milliarden Euro.
  • A-Tec, Maculan. Dahinter folgt die jüngste Pleite aus dem Jahr 2012 des Industriellen Mirko Kovats: seine A-Tec-Gruppe ging mit rund 1 Mrd. Euro Schulden unter. Maculan, ebenfalls aus der Baubranche, hinterließ rund 800 Mio. Euro Schulden.
  • Libro. Eine der spektakulärsten Pleiten: André Rettberg, 1999 noch zum „Manager des Jahres“ gewählt, hinterließ bei Libro ein Finanzloch von 349 Mio. Euro.

Baubranche zittert vor Pleite-Welle
Nach der Alpine-Pleite werden Folgekonkurse vieler Lieferanten und Partner erwartet. Doch die Wirtschaftslage in der Baubranche ist ohnehin durchwachsen: Der bis vor Kurzem von Hans-Peter Haselsteiner (Foto) geführte Baukonzern Strabag steckt etwa weiter in den roten Zahlen fest – zwischen Jänner und März fuhr Österreichs größtes Bauunternehmen 141,24 Millionen Euro Verlust ein. Auch das schlechte Frühlingswetter setzte der Baubranche heuer massiv zu.

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