Bayer

Chemie-Riese kann sich Fusion vorstellen

Im Gesundheitsbereich hält Dekkers einen solchen Schritt für möglich.

Der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern Bayer zeigt sich für seine Gesundheitssparte offen für eine Fusion unter Gleichen. "Wir würden möglicherweise eine Fusion unter Gleichen im HealthCare-Bereich in Betracht ziehen", sagte der Chef des Traditionskonzerns, Marijn Dekkers in einem Interview mit dem Fernsehsender Bloomberg TV. Keine Sparte des Konzerns stehe aber unter Druck, Transaktionen zu machen. "Denn unser Hauptfokus in den nächsten Jahren liegt auf organischem Wachstum", sagte der gebürtige Niederländer, der den Konzern seit Oktober leitet.

An der Börse lag die Bayer-Aktie am Mittwoch 0,68 Prozent im Minus bei 58,15 Euro. Der Leitindex Dax gab 0,23 Prozent nach.

16,9 Milliarden Jahresumsatz
Bayer kommt in seiner Gesundheitssparte Healthcare momentan auf einen Jahresumsatz von 16,9 Mrd. Euro. Zu den Arzneimittelherstellern in den USA, die etwa gleich groß sind wie Bayer im Gesundheitsbereich zählen die US-Konzerne Eli Lilly und Bristol-Myers Squibb. Eli Lilly kam zuletzt auf Jahresumsätze von 23,08 Mrd. Dollar (15,6 Mrd. Euro), Bristol-Myers auf 19,5 Mrd. Dollar.

Falls Bayer Interesse an Übernahmen habe, dann in der Gesundheitssparte Healthcare sowie in der Agrochemiesparte CropScience und dort vor allem im Bereich BioScience, sagte Dekkers dem Fernsehsender. Das sollten Unternehmen sein, die Bayer beim Thema Innovationen helfen könnten. In der Sparte Bioscience ist bei Bayer unter anderem das Geschäft mit Pflanzengentechnik und Saatgut angesiedelt. Zum Großübernahmen sagte Dekkers: "Das hängt alles vom Preis ab." Wenn ein Unternehmen für ein anderes eine hohe Prämie zahlen müsse, werde es schwer, diesen Aufschlag für die Aktionäre wieder zurückzuholen.

Die Idee, Teilkonzerne von Bayer zu verkaufen, um eine größere Übernahme in der Gesundheitssparte zu finanzieren bezeichnete der Bayer-Chef erneut als eine sehr extreme Option. "Aber es gibt momentan keine Pläne, so etwas zu machen", fügte er hinzu. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Spekulationen gegeben, Bayer könnte seine Kunststoffsparte MaterialScience verkaufen, um eine große Übernahme im Pharmageschäft zu stemmen. Die breite Aufstellung von Bayer in seiner Gesundheitsparte mit den unterschiedlichen Segmenten Pharma und rezeptfreie Gesundheitsprodukte und dazu die weiteren Teilkonzerne MaterialScience und CropScience sieht der Bayer-Chef positiv. "Wir mögen Diversifizierung bei Bayer", sagte Dekkers.

Der weltgrößte Pharmakonzern Pfizer hatte unlängst angekündigt zu prüfen, ob Sparten wie die rezeptfreien Gesundheitsprodukte oder die Tiermedizin verkauft werden sollen, um sich noch stärker auf das Kerngeschäft mit verschreibungspflichtigen Arzneien zu konzentrieren.