Aussichten für Eurohypo bleiben düster

Commerzbank-Tochter Eurohypo erwartet rote Zahlen

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Die Commerzbank-Tochter Eurohypo rechnet nach einem schwachen ersten Halbjahr auch für 2009 mit einem Verlust. Die Auswirkungen der Finanzmarktkrise würden bis über das Jahresende hinaus spürbar bleiben, sagte Vorstandschef Frank Pörschke am 7. August in Eschborn bei Frankfurt. Damit sei für das Gesamtjahr ein negatives Ergebnis zu erwarten.

Dieses dürfte aber deutlich unter dem Verlust des Vorjahres liegen, als der Immobilienfinanzierer vor Steuern ein Minus von rund 1,4 Mrd. Euro geschrieben hatte. Mittelfristig will Pröschke seine Bank wieder profitabel machen, zunächst bleiben die Aussichten aber düster.

Im ersten Halbjahr blieb die Eurohypo nach einem hoffnungsvollen Jahresauftakt in den roten Zahlen stecken. Vor Steuern belief sich der Verlust - vor allem wegen Wertminderungen auf Geschäfts- und Firmenwerte in den USA und Großbritannien sowie Abschreibungen auf das Subprime-Portfolio in den USA - auf 189 Mio. Euro nach 118 Mio. Euro Verlust im Vorjahr. "Entwarnung können wir noch nicht geben", sagte Pröschke. Denn die Immobilienwirtschaft folge der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung erst mit Verzögerung. Die Risikovorsorge stieg wegen der angespannten Lage an den Immobilienmärkten auf 461 Mio. Euro und dürfte im zweiten Halbjahr weiter ansteigen. Dies sei ein Zeichen dafür, dass die Krise noch nicht überstanden sei, erklärte Pröschke.

Brüssel verlangt Verkauf der Eurohypo

Die Commerzbank muss auf Drängen der EU-Kommission ihre Bilanz deutlich verkleinern und die 100-Prozent-Tochter binnen fünf Jahren verkaufen. Die Eurohypo war 2002 aus der Fusion der Hypothekenbanken von Deutscher Bank, Commerzbank und Dresdner Bank entstanden. Ende 2005 wurde sie von der Commerzbank übernommen.

Eurohypo will sich bei der Mittelbeschaffung über den Kapitalmarkt unabhängiger vom Mutterkonzern Commerzbank machen. "Wir wollen uns als Eurohypo eigenständig in absehbarer Zeit wieder vorsichtig über unbesicherte Anleihen refinanzieren", sagte Pörschke am Freitag. Die aktuellen Marktbedingungen seien zwar noch sehr schwierig, dennoch seien erste Tendenzen einer Erholung zu erkennen, so dass solche Emissionen grundsätzlich möglich seien. "Das Vertrauen der Investoren kehrt langsam wieder zurück."

Die Eurohypo ist seit 2006 in die Konzern-Refinanzierung der Commerzbank eingebunden. Hintergrund der geplanten Abnabelung ist die spätestens in fünf Jahren anstehende Trennung der Eurohypo von der Commerzbank. Die Commerzbank hatte dies von der EU-Kommission im Gegenzug für die Genehmigung von Staatshilfen über 18 Mrd. Euro auferlegt bekommen.

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