Credit Agricole mit Mega-Verlust

6,5 Mrd.

Credit Agricole mit Mega-Verlust

Teure Abschreibungen auf verkaufte Tochter in Griechenland

Die Nachwirkungen der Schuldenkrise in Südeuropa haben der französischen Bank Credit Agricole den größten Verlust seit dem Börsengang vor 12 Jahren eingebrockt. Der Fehlbetrag summierte sich 2012 auf 6,5 Mrd. Euro, wie das Institut am Mittwochfrüh in Paris bekannt gab.

Der Schlussstrich unter das Engagement in Griechenland, die Schuldenkrise in Europa und ein insgesamt schwaches Geschäft haben dem französischen Bankhaus schwere Verluste beschert. Unter dem Strich war bei der drittgrößten französischen Bank das Minus 4,4 mal so viel wie noch 2011.

Der Rekordverlust des Spitzeninstituts der französischen Genossenschaftsbanken war erwartet worden, nachdem die Bank vor zwei Wochen Abschreibungen auf Firmenwerte in Südeuropa und auf Kredite in Italien und damit eine Belastung von knapp 4 Mrd. Euro im vierten Quartal angekündigt hatte. Nun kamen überraschend noch 838 Mio. Euro hinzu, weil das Finanzamt die Verluste mit der im Herbst abgestoßenen griechischen Tochter Emporiki steuerlich nicht anerkennen will.

Der Verkauf von Emporiki und damit der Abschied aus Griechenland kosteten mehrere Milliarden Euro. Credit Agricole hatte nach dem Verkauf ihrer griechischen Tochter Emporiki Bank Wertberichtigungen von 1,96 Mrd. Euro vornehmen müssen. Neben den Sonderbelastungen kämpfte die Bank mit Problemen im operativen Geschäft. So fiel der operative Gewinn um 80 Prozent auf 542 Mio. Euro. Die sinkenden Erträge konnten nur teilweise durch niedrigere Kosten und eine geringere Risikovorsorge kompensiert werden.

"Die Regierung hat uns erst am Montag gesagt, dass diese Verluste nicht mehr steuerwirksam sind", sagte Finanzvorstand Bernard Delpit zu den Folgen des Verkaufs der Hellas-Tochter. Das ließ den Verlust allein im vierten Quartal auf fast 4 Mrd. Euro anschwellen. Ohne Sondereffekte hätte Credit Agricole allerdings 548 Mio. Euro verdient, 10 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Das trieb die Aktie um 3,3 Prozent nach oben, obwohl die Dividende für 2012 gestrichen wurde.

"Im Jahr 2012 haben wir das Blatt gewendet und den Konzern grundlegend neu aufgestellt", bilanzierte Vorstandschef Jean-Paul Chiffet. "Der Rückzug aus Griechenland war teuer, aber er war notwendig." Die Bank Emporiki war an die griechische Alpha Bank gegangen. Die Franzosen bekamen dafür nur einen symbolischen Euro, mussten aber 550 Mio. Euro frisches Kapital nachschießen. Seit 2006 hatte der Credit Agricole rund 10 Mrd. Euro in die Bank Emporiki gepumpt.

Aus Italien hat sich der französische Konzern nicht zurückgezogen. Dort leidet die Bank immer noch unter dem Kredit- und Konsumkreditgeschäft, in dem Abschreibungen fällig wurden. Die Tochter Cariparma will nun 720 Stellen streichen, in etwa doppelt so viele wie bisher geplant. Auch die Beteiligung an der portugiesischen Banco Espirito Santo verlor angesichts der Schuldenkrise an Wert.
 

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